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Hochwasser im Trishuli-Fluss trifft Wasserkrafttunnel

Die Flut in Nepal hat auch Arbeiter an Wasserkraftanlagen am Trishuli-Fluss getroffen. Nach Angaben der Behörden liegt die Zahl der Todesopfer inzwischen bei mehr als 1.000, rund 4.000 Menschen gelten weiter als vermisst; unter den Gesuchten sind zahlreiche Arbeiter, die in Tunneln entlang des Flusslaufs beschäftigt waren.

Arbeiter berichteten der BBC, sie hätten unmittelbar bevor das Wasser in den Tunnel eindrang einen starken Luftdruck verspürt. Nachdem Sperrholzplatten durch die Luft geschleudert worden waren und schwere Maschinen ihre Position verändert hatten, versuchten die Arbeiter gleichzeitig mit dem ansteigenden Wasser zu fliehen.

Flucht, wie sie Zeugen schildern

Pemba Dundu Tamang sagte, er habe mit seinem Team auf der Betonverkleidung des Tunnels gearbeitet, als es zu einer plötzlichen Druckwelle kam. Tamang erklärte, er sei in Richtung Tunneleingang gerannt, das Wasser sei ihm gefolgt, und er habe sich durch eine etwa 20-minütige Flucht bergauf retten können.

Als er nach draußen kam, habe er gesehen, wie Häuser am Flussufer weggespült wurden. Kurz darauf habe er festgestellt, dass an der Stelle seines eigenen Hauses nichts mehr übrig war. Die Mutter, der Bruder, die Schwägerin und drei Nichten oder Neffen des Arbeiters gehören zu sechs Angehörigen, die bei der Flut vermisst werden; seine Ehefrau, sein Sohn und ein weiteres Kind aus der Familie überlebten.

Auch Itha Ghale, der an demselben Einsatzort arbeitete, sagte, die starke Luftströmung habe sie fast umgerissen, woraufhin sie losrannten. Ghales Mutter und seine älteste Tochter gehörten Berichten zufolge zu acht Familienmitgliedern, die er verloren hat.

Such- und Rettungseinsatz konzentriert sich auf die Tunnel

Versuche, eingeschlossene Arbeiter zu erreichen

Die nepalesische Armee teilte mit, dass die Such- und Rettungsarbeiten in den Tunneln fortgesetzt würden und Luft hineingepumpt werde, um die Arbeiter zu erreichen. Zudem gab die Armee bekannt, dass am Dienstag 119 Menschen gerettet worden seien.

Tamang schätzt, dass zusammen mit ihm etwa 50 bis 60 Arbeiter den Tunnel verlassen konnten. Nach der Flut habe er sich gemeinsam mit einigen anderen zwei Tage lang im Dorf Shanti Bazar versteckt, bevor sie von der Armee gerettet worden seien.

  • Die Suche läuft an mehreren Wasserkraftstandorten entlang der Trishuli-Route weiter.
  • Fachleute aus China, Indien und Nepal setzen Bagger und schwere Maschinen ein, um Geröll zu beseitigen.
  • Mehr als 99 Prozent des in Nepal erzeugten Stroms stammen aus Wasserkraft.

Der Einsatzort der Arbeiter gehörte zum Wasserkraftprojekt Upper Trishuli 3B, das im kommenden Jahr in Betrieb gehen soll. Die Anlage soll Strom für das nationale Netz erzeugen, indem sie Wasser aus einem weiter flussaufwärts gelegenen Kraftwerk erneut nutzt.

Expertenbericht verweist auf fehlende Frühwarnung

Welche Signale zeigten die Satellitendaten?

Laut einem neuen Expertenbericht gab es vor der Katastrophe Anzeichen wachsender Instabilität im Bereich des Gletschers. Experten der Asian Mountain Academic Alliance, des Stimson Center und des Instituts für Gebirgsgefahren und Umwelt der chinesischen Wissenschaften stellten in Satellitenbildern fest, dass sich die Gletscheroberfläche beschleunigt hatte, das Schmelzwasser braun wurde und sich Risse in den umliegenden Felsen bildeten.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich die Lawine für Gebiete nahe der Quelle zu schnell bewegte, als dass herkömmliche Warnsysteme noch hätten greifen können. In tiefer gelegenen Abschnitten, in denen das Hochwasser erst nach 10 Minuten oder später eintraf, könnte jedoch ein umfassendes Frühwarnsystem viele Leben gerettet haben.

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