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Wie kam es im gemeinsamen G20-Text zum Bruch?

Die gemeinsame G20-Erklärung wurde nach dem Treffen der Finanzminister und Zentralbankpräsidenten in Asheville im Bundesstaat North Carolina veröffentlicht. US-Finanzminister Scott Bessent erklärte, nur China habe sich gegen die gemeinsame Formulierung gestellt, wonach billige Exportströme die Märkte verzerren und nicht nachhaltig seien. Damit ging der Text als Dokument in die Geschichte ein, dem 19 der 20 Mitglieder zustimmten, während Peking ausschied.

Bessent sagte, die übrigen Mitglieder würden in den kommenden Tagen, Wochen oder Monaten nach Lösungen für dieses nicht tragfähige Gleichgewicht suchen. Auch ein später vom US-Finanzministerium veröffentlichter Text markierte Chinas Einwände gegen die betreffenden Abschnitte mit einer Fußnote deutlich.

Gegen welche Punkte erhob China Einwände?

Der Fußnote zufolge wandte sich China gegen den Absatz, in dem die Länder aufgefordert werden, marktverzerrende, nicht marktkonforme Politik und Praktiken abzubauen, die Ungleichgewichte verschärfen. In diesem Abschnitt wurde besonders betont, dass Volkswirtschaften mit übermäßigen und dauerhaften Außenüberschüssen Verzerrungen abbauen sollten, die den Binnenkonsum bremsen, und ihre starke Abhängigkeit von Exporten verringern müssten.

  • China widersprach auch einem Absatz, in dem über anhaltende Lieferstörungen an der Hürmüz-Straße Besorgnis geäußert wurde.
  • Peking lehnte zudem die Passage ab, in der die Aufsicht des Internationalen Währungsfonds über globale Ungleichgewichte gelobt wurde.
  • Auch Formulierungen, die Länder mit einem erheblichen Teil ihrer Auslandsverschuldung gegenüber G20-Mitgliedern gesondert hervorheben, unterstützte China nicht.

Die chinesische Botschaft in den USA reagierte bis Redaktionsschluss nicht auf die Bitte von CNBC um Stellungnahme zu Bessents Aussagen. Bessent sagte, er habe Einstimmigkeit erwartet, betonte aber, die Einigung von 19 Ländern zeige bereits das Ausmaß des Problems.

Warum sind Iran-Sanktionen und die Energieschifffahrt für die Märkte wichtig?

Die Äußerungen fielen in eine Phase, in der Bessent im Auftrag der Trump-Regierung den Plan Operation Economic Outcast vorantreibt, mit dem die iranische Wirtschaft durch Drohungen mit Sekundärsanktionen unter Druck gesetzt werden soll. Das verstärkte die Fragen, ob auch China ins Visier geraten könnte, Irans größter Handelspartner und größter Ölabnehmer. Gleichzeitig laufen die langfristigen Handelsgespräche zwischen Washington und Peking weiter; zudem war geplant, dass Chinas Staatspräsident Xi Jinping Ende September in die USA reist.

Was steht bei den Märkten im Mittelpunkt?

Bessent sagte, im Verhältnis zwischen den USA und China gebe es in der Iran-Frage eher Gemeinsamkeiten als Differenzen. Mit Blick darauf, dass China 50 % seiner Energie aus dem Golf bezieht, betonte er, dass auch der Schutz der freien Schifffahrt im gemeinsamen Interesse liege. Deshalb werden Pekings nächste Schritte sowohl mit Blick auf Öltransporte als auch auf die Debatte über das globale Handelsgleichgewicht aufmerksam verfolgt.

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