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Wachstum und höhere Verluste im zweiten Quartal

XPeng hat in den am 24. August veröffentlichten Ergebnissen für das zweite Quartal zwar Auslieferungen und Umsatz gesteigert, auf der Profitabilitätsseite jedoch ein schwächeres Bild gezeigt. Das Unternehmen lieferte in dem Zeitraum 103.295 Fahrzeuge aus; das entspricht einem Plus von 65 % gegenüber dem Vorquartal. Der Gesamtumsatz legte im Jahresvergleich um 8 % auf 19,74 Milliarden RMB zu.

Im Gegenzug weitete sich der Nettoverlust von 480 Millionen RMB im Vorjahreszeitraum auf 1,34 Milliarden RMB aus. Auch die Bruttomarge im Fahrzeuggeschäft sank wegen des Modellwechsels von 14,3 % auf 12,1 %. Dass die F&E-Ausgaben um 32,1 % auf 2,91 Milliarden RMB und die Vertriebs- sowie Verwaltungskosten um 15,2 % auf 2,5 Milliarden RMB stiegen, erschwerte es zusätzlich, das Umsatzwachstum in Gewinne umzuwandeln.

Der wichtigste Marge-Treiber war das Auslandsgeschäft

Der auffälligste Stützpfeiler der Bilanz waren die internationalen Verkäufe. Die Auslieferungen im Ausland überschritten im zweiten Quartal die Marke von 20.000 Fahrzeugen und stiegen im Jahresvergleich um 81 %. In der ersten Hälfte des Jahres 2026 entfiel mehr als ein Viertel des Gesamtumsatzes auf Auslandsmärkte.

XPeng erklärte, dass die Preisgestaltung von mehr als 40.000 Euro pro Fahrzeug im Ausland die Stückmarge gegenüber dem Heimatmarkt nach oben ziehe. Hinzu kamen technische F&E-Zahlungen der Volkswagen-Gruppe sowie ein Anstieg der Serviceerlöse um rund 94 %, wodurch die gesamte Bruttomarge auf 20,7 % kletterte. Ein Jahr zuvor hatte sie noch bei 17,3 % gelegen.

  • Auslieferungen im zweiten Quartal: 103.295 Fahrzeuge
  • Gesamtumsatz: 19,74 Milliarden RMB
  • Nettoverlust: 1,34 Milliarden RMB

900 Millionen Dollar für die Robotik-Sparte eingesammelt

Parallel zum Autogeschäft baut das Unternehmen auch im Bereich Robotik eine neue Wachstumsstory auf. Die humanoide Robotik-Sparte von XPeng hat eine neue Finanzierung über 900 Millionen Dollar erhalten. Die Runde wurde von IDG Capital angeführt; auch Tencent und Alibaba beteiligten sich als strategische Investoren. Die Bewertung der Sparte wurde mit 6,2 Milliarden Dollar angegeben.

Die Mittel sollen für die Vorbereitung der Serienproduktion des humanoiden Roboters IRON verwendet werden. Das Management teilte mit, die Hand des Roboters verfüge über 21 Freiheitsgrade und rund 85 % der Lieferkette überschneide sich mit dem bestehenden Zulieferernetzwerk des Konzerns im Autogeschäft. Zugleich wird jedoch nicht erwartet, dass diese Sparte kurzfristig nennenswerte Umsätze erzielt; die Produktion in größerem Maßstab ist erst für Ende 2026 geplant, echte Auslieferungen werden für 2027 erwartet.

Ziele für das dritte Quartal und Erwartungen am Markt

Für das dritte Quartal rechnet XPeng mit 115.000 bis 121.000 Auslieferungen und einem Umsatz von 23,4 Milliarden RMB. Zudem meldete das Unternehmen, dass neue Bestellungen im Quartalsvergleich um 50 % auf einen Rekordwert gestiegen seien. Das Management verwies allerdings darauf, dass extreme Wetterbedingungen und Lieferkettenstörungen den Produktionshochlauf des Modells MONA L03 gebremst hätten.

Bewertung spiegelt hohe Wachstumserwartungen wider

Am Markt herrscht unterdessen vorsichtiger Optimismus. Die Zahl der Hedgefonds-Positionen im Unternehmen sank von 21 auf 19, während die Short-Quote bei 5,97 % der frei handelbaren Aktien lag. Die Aktie wurde zum 26. August mit einem Forward-KGV von rund 69,93 gehandelt – ein Wert, der sowohl bei den Fahrzeugverkäufen als auch in der Robotik kräftiges Gewinnwachstum einpreist.

Dass sich die Verluste weiter ausweiten und die Robotik-Erlöse noch mehrere Jahre entfernt sind, könnte die Kursentwicklung in den kommenden Quartalen jedoch anfälliger machen. Entscheidend bleiben für XPeng der Takt der MONA-L03-Produktion und der planmäßige Fortschritt des IRON-Projekts.

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