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Was passierte im ersten Handel in Hongkong?

Shein-Aktien sind am ersten Handelstag in Hongkong nach dem lang erwarteten Börsendebüt des Unternehmens deutlich gefallen. Die am Montag zu 48,56 Hongkong-Dollar je Aktie festgesetzten Papiere sackten am Dienstagvormittag im frühen Handel zeitweise auf 43,9 Hongkong-Dollar ab.

Mit dieser Preisfestsetzung nahm das Unternehmen beim Börsengang 13,6 Milliarden Hongkong-Dollar ein. Die Transaktion war zugleich der größte neue Aktienverkauf in Hongkong in diesem Jahr.

Die Zahlen zeigen die Größe des Unternehmens

Shein wurde in China gegründet und hat seinen Sitz heute in Singapur. Das Unternehmen betreibt ein globales E-Commerce-Netzwerk, das in mehr als 150 Ländern aktiv ist. Nach Angaben aus den Börsenunterlagen des Unternehmens verzeichneten 281 Millionen aktive Kunden im Geschäftsjahr bis Ende März 2026 mehr als 1 Milliarde Bestellungen.

Dennoch blieb die Marktbewertung deutlich unter den zuvor diskutierten Niveaus. Das Unternehmen, dem zeitweise ein Wert von rund 100 Milliarden Dollar zugeschrieben wurde, kam nach dem Börsengang auf eine Marktkapitalisierung von 26,3 Milliarden Dollar.

Warum stand die Bewertung unter Druck?

Sheins Versuche, in den USA und in Großbritannien an die Börse zu gehen, waren zuvor gescheitert. In dieser Phase belasteten Diskussionen über Arbeitspraktiken, Umweltauswirkungen und das Geschäftsmodell die Anlegerstimmung.

Regulatorischer und handelspolitischer Druck wächst

  • In den USA hat die Abschaffung der sogenannten de-minimis-Regel, die Kleinsendungen unter 800 Dollar von Zollvorteilen profitieren ließ, den Kostendruck auf Shein und den Rivalen Temu erhöht.
  • Auch die Europäische Union hat auf importierte Waren mit geringem Wert eine Abgabe von 3 Euro eingeführt.
  • Das Unternehmen teilte mit, dass die Nachfrage in einigen Märkten wegen des Kriegs im Iran schwächer geworden sei, die Kosten gestiegen seien und es zu Lieferverzögerungen komme.

Nach einem verlangsamten Umsatzwachstum im Juli meldete Shein für das Quartal einen Verlust von 99 Millionen Dollar. Außerdem sieht sich das Unternehmen in den USA und Europa mit Prüfungen seiner Geschäftspraktiken durch Aufsichtsbehörden konfrontiert.

Welche Risiken rücken für Investoren nun in den Fokus?

GlobalData-Analystin Louise Deglise-Favre sagte, der Börsengang sei ein wichtiger Test für die Anlegernachfrage nach dem Fast-Fashion-Sektor. Die starken Kursverluste von Rivalen wie Asos und Boohoo in den vergangenen Jahren hätten die Zurückhaltung gegenüber der Branche weiter verstärkt.

Analysten zufolge bieten Sheins starke Lieferkette und die globale Reichweite wichtige Vorteile. Im Mittelpunkt steht nun jedoch die Frage, ob das Unternehmen seine Margen unter strengeren Regeln, Zöllen und steigenden Kosten für die Kundenakquise halten kann.

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