"""

Kushner äußert sich erstmals nach dem geplatzten Plan

Joshua Kushner hat nach der Krise um den Plan zum Verkauf von WM-Anteilen eingeräumt, dass er es bereut, an der von FIFA, dem Weltfußballverband, schließlich zurückgezogenen Struktur beteiligt gewesen zu sein. Der Venture-Capital-Investor verteidigte zwar das Ziel des Angebots, sagte aber, man habe die politischen Machtverhältnisse im Weltfußball nicht ausreichend vorhergesehen.

Thrive Eternal, das von Kushner gegründete Unternehmen, sollte in dem im Juli öffentlich gewordenen Modell der Hauptinvestor werden. Nach massiver Kritik wurde der Plan jedoch innerhalb weniger Tage zurückgezogen.

Was sollte die vorgeschlagene Struktur finanziell bringen?

Das diskutierte Modell sah eine Investition von 4,2 Milliarden US-Dollar im Gegenzug für 20 Prozent an einer neu zu gründenden kommerziellen FIFA-Tochter vor. FIFA argumentierte, die Mittel würden eine ausgewogenere Finanzierung unter den 211 Mitgliedsverbänden ermöglichen.

Summe für die Mitgliedsverbände

Wäre der Plan umgesetzt worden, hätte sich nach Angaben des Verbands die pro Nationalverband ausgeschüttete Summe in der Periode 2027 bis 2030 von 5,9 Millionen Pfund auf 14,7 Millionen Pfund erhöht. Das zusätzliche Geld sollte vor allem in weniger entwickelte Fußballmärkte fließen, etwa in Infrastruktur, Talentförderung, Breitenfußball und das Fanerlebnis.

  • Vorgesehene Investition: 4,2 Milliarden US-Dollar
  • Zur Debatte stehender Anteil: 20 Prozent
  • Mitgliederzahl von FIFA: 211 Verbände

UEFA kritisiert vor allem Bewertung und Governance

UEFA, der europäische Fußballverband, beantragt vor einem Gericht in New York eine Vorladung, um von Kushner und Thrive Eternal Aussagen und Unterlagen zu erhalten. Zugleich erwägt die Organisation, in der Schweiz Anzeige gegen Gianni Infantino zu erstatten. Der Dachverband des europäischen Fußballs erhebt schwere Einwände gegen die Entstehung des Plans und die Bewertung der Vermögenswerte.

Warum sorgte der Wert der WM für Streit?

Nach Darstellung von UEFA-Anwälten wurde der Wert der Weltmeisterschaft mit rund 15 Milliarden Pfund angesetzt, ohne dass dieser Betrag aus einem offenen Wettbewerbsverfahren oder einem unabhängigen Bewertungsprozess hervorgegangen sei. Der Verband wirft Infantino zudem vor, den Plan nicht ausreichend mit den Entscheidungsstrukturen innerhalb der FIFA abgestimmt zu haben.

UEFA zufolge wird nicht erwartet, dass Kushner und der amerikanische Finanzier Greg Maffei in möglichen Verfahren als Beklagte geführt werden. In dem Antrag heißt es jedoch, die Idee von FFE sei erstmals im Juli 2025 zwischen den beiden Männern besprochen worden; außerdem habe Infantino das Konzept rund ein Jahr lang mit Kushner erörtert.

Kushners Reue zeigt, dass die Risiken der Sport-Governance bei großvolumigen Projekten auch für Investoren entscheidend sein können. Dass Kushner erst kürzlich einen Rekordkauf für die Los Angeles Lakers im Basketball über 12,5 Milliarden US-Dollar unterzeichnet hat, dürfte den Rückzieher im Fußballmarkt zusätzlich ins Blickfeld gerückt haben.

"""