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Was Umsatzwachstum und Kursreaktion zeigen

Nvidia hat zuletzt einen Umsatz von 96,2 Milliarden US-Dollar ausgewiesen; die Erlöse im Rechenzentrums-Geschäft erreichten 89 Milliarden US-Dollar. Für das laufende Quartal stellte der Konzern rund 108 Milliarden US-Dollar Umsatz in Aussicht. Nach den Zahlen legte die Aktie am Donnerstagmorgen im Handel um mehr als 6 Prozent zu und steuerte auf den stärksten Tagesanstieg seit Februar zu.

Die eigentliche Aufmerksamkeit des Marktes galt jedoch weniger den Verkäufen als vielmehr der Frage, wie sich die Bilanz des Unternehmens zu einem Instrument der Finanzierung des KI-Ökosystems entwickelt. Der Wert von Nvidias Beteiligungen an börsennotierten und privaten Unternehmen stieg bis Ende Juli auf 95,6 Milliarden US-Dollar; Anfang 2020 lag er noch unter 100 Millionen US-Dollar. Insgesamt bezifferte der Konzern seine Eigenkapitalinvestitionen auf rund 99 Milliarden US-Dollar. Laut Finanzchefin Colette Kress könnten die KI-Labore, die Nvidia mit seiner Bilanz unterstützen will, im kommenden Jahr rund ein Viertel des Unternehmensgeschäfts ausmachen.

Wie Nvidia seine Kunden finanziert

Längere Fristen, Beteiligungen und Umsatzgarantien

Colette Kress sagte, die Nachfrage nach Rechenleistung in führenden KI-Laboren sei außergewöhnlich hoch, viele Kunden könnten mit ihren Bilanzen und Kreditprofilen das Tempo des Infrastrukturausbaus aber kaum mitgehen. Vor diesem Hintergrund gewährt Nvidia einigen großen Kunden für Rechenzentrums-Käufe Zahlungsziele von bis zu einem Jahr. Die Forderungen des Unternehmens stiegen auf 63,1 Milliarden US-Dollar, während sich die durchschnittliche Einzugsdauer von 45 auf 60 Tage erhöhte.

  • Zu Nvidias Beteiligungsportfolio zählen unter anderem Intel, CoreWeave, Coherent, Nokia, Synopsys und Nebius.
  • Der Konzern gibt einigen KI-Cloud-Anbietern Mindestumsatzgarantien, um deren Finanzierung zu erleichtern.

Nvidia betont dabei, keine direkten Kredite zu vergeben. Kress sagte dazu: „Wir vergeben in diesem Modell keine Kredite.“ Das Unternehmen verdient an den Hardware-Verkäufen und erhält zusätzlich einen Anteil an den Leasingerlösen oberhalb der festgelegten Mindestschwelle.

Wie sich die Garantien auf den Gewinn auswirken

Nvidia wies Garantieverpflichtungen von insgesamt bis zu 108,5 Milliarden US-Dollar aus. Nahezu der gesamte Betrag, also 105 Milliarden US-Dollar, steht im Zusammenhang mit Rechenzentrumskapazitäten, die von SB Energy für OpenAI entwickelt werden. Die Unterstützung soll schrittweise anlaufen, wenn die neun Rechenzentren ab dem Geschäftsjahr 2029 in Betrieb gehen, und sinken, sobald OpenAI Zahlungen leistet.

Der Konzern teilte außerdem mit, mit großen Investoren Vorvereinbarungen getroffen zu haben, um mehr als 500 Milliarden US-Dollar in KI-Infrastruktur zu lenken. Im selben Quartal zahlte Nvidia 25,8 Milliarden US-Dollar für Aktienrückkäufe und Dividenden; der freie Cashflow lag bei 21,3 Milliarden US-Dollar. Zusätzlich nahm das Unternehmen 25 Milliarden US-Dollar an Schulden auf. Ein Gewinn von 7,8 Milliarden US-Dollar aus Beteiligungen stützte ebenfalls das Ergebnis. All das verstärkt den Eindruck mancher Anleger, dass Nvidia im KI-Infrastrukturboom nicht nur Chips liefert, sondern sich zugleich zu einer zentralen Finanzierungsplattform entwickelt.

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