Welche Zahlen standen in Nvidias Bilanz im Fokus?
Nvidia hat in den am 26. August veröffentlichten Ergebnissen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 106 % auf 96,2 Milliarden US-Dollar erhöht. Den Hauptbeitrag zum Wachstum lieferte die Rechenzentrumssparte mit 89 Milliarden US-Dollar; dieser Bereich legte im Jahresvergleich um 117 % zu und machte den Großteil des Gesamtumsatzes aus.
Der bereinigte Gewinn je Aktie von 2,22 US-Dollar lag über den Wall-Street-Erwartungen von 2,08 US-Dollar. Die Bruttomarge blieb mit 75 % stabil, während das Unternehmen über Aktienrückkäufe und Dividenden rund 26 Milliarden US-Dollar an die Aktionäre zurückgab. Damit übertraf Nvidia die Analystenschätzungen bereits im 15. Quartal in Folge.
Was sagen Ausblick und Lieferengpässe über den Markt?
Das Management stellte für das dritte Quartal einen Umsatz von 108 Milliarden US-Dollar in Aussicht; damit liegt die Prognose über den Erwartungen der Analysten. Finanzchefin Colette Kress erklärte, die Prognose spiegele ein durch das Angebot begrenztes Bild wider und die Engpässe in der Lieferkette könnten bis zum Ende des Geschäftsjahres 2028 anhalten.
In der Vorschau auf die kommenden Monate berücksichtigte das Unternehmen keine Datenzentrumsumsätze aus China. Zugleich teilte Nvidia mit, dass im August die Auslieferungen von Vera Rubin begonnen hätten und Bestellungen von großen Hyperscalern, KI-Cloud-Anbietern und Systemherstellern eingegangen seien.
- Für das dritte Quartal stellte das Unternehmen eine Bruttomarge von 74 % plus/minus 50 Basispunkte in Aussicht.
- Die operativen Aufwendungen nach GAAP sollen bei 9,2 Milliarden US-Dollar liegen.
- Die gesamten Verpflichtungen zur Absicherung von Liefer- und Produktionskapazitäten stiegen auf 279 Milliarden US-Dollar.
Bewertung der Aktie, Analystenziele und neue Wachstumsmärkte
Nach der Bilanz haben mehrere Wall-Street-Häuser ihre Kursziele angehoben. Goldman Sachs bestätigte ein Kursziel von 300 US-Dollar, Bernstein hielt an 400 US-Dollar fest. Unter 48 Wall-Street-Analysten liegt das durchschnittliche Kursziel bei 307,38 US-Dollar. Die Aktie legte in den vergangenen zwölf Monaten um rund 24 % zu, während der iShares Semiconductor ETF im selben Zeitraum mehr als doppelt so stark stieg; auch seit Jahresbeginn bleibt der Abstand zuungunsten von Nvidia bestehen.
Dennoch deuten einige Kennzahlen auf eine im Vergleich zur eigenen Historie niedrigere Bewertung hin. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt mit 22,56 unter dem Fünfjahresdurchschnitt von 52,52. In der Bilanz weist das Unternehmen zudem 53,17 Milliarden US-Dollar an liquiden Mitteln und 12,81 Milliarden US-Dollar an Schulden aus.
Der Weltraum als neuer Datencenter-Markt ist noch nicht in den Zahlen
Ein weiteres Thema, das der Markt beobachtet, sind weltraumgestützte Rechenzentren. Nvidias Beteiligung an Starcloud, das KI-Rechenleistung im Orbit entwickelt, sowie die Zusage von SpaceX, Nvidia-Chips in den Starmind-Satelliten einzusetzen, gelten als neuer Wachstumsbereich, der sich bislang noch nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung widerspiegelt. Außerdem soll Nvidia zum 30. Juni rund 21 Milliarden US-Dollar an SPCX-Aktien gehalten haben.
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