Bank of America (BofA) hat ihre Kaufempfehlung für den Tech-Riesen Nvidia bestätigt und zugleich auf ein Aufwärtspotenzial von 64 Prozent bei der Aktie hingewiesen. Der leitende Analyst der Bank, Vivek Arya, betonte, dass die Quartalsbilanz deutlich wichtigere finanzielle Signale enthalte als nur das Wachstum beim Gewinn je Aktie.

Rekordumsätze und starkes Wachstum

Das Unternehmen meldete für das zweite Quartal einen Umsatz von 96,2 Milliarden Dollar, was einem Jahresplus von 106 Prozent entspricht. Damit übertraf der Tech-Konzern die Markterwartung von 92 Milliarden Dollar deutlich. Besonders stark entwickelte sich das Geschäft mit Rechenzentren: Die Erlöse stiegen im Jahresvergleich um 117 Prozent auf 89 Milliarden Dollar. Die Bruttomarge lag bei 75 Prozent.

Nach der Veröffentlichung erklärte CEO Jensen Huang, die Ergebnisse zeigten, dass künstliche Intelligenz in eine nützliche und profitable Phase eingetreten sei.

„KI hat den Wendepunkt erreicht, Rechenleistung wird jetzt direkt in Umsatz umgewandelt.“

Milliardenschwere Zusagen für das KI-Ökosystem

Der zentrale Punkt aus Sicht der Analysten: Das Unternehmen verkauft nicht nur Chips, sondern entwickelt sich auch zu einem Akteur, der Käufer finanziert. Nach Angaben von BofA hat Nvidia insgesamt finanzielle Zusagen von rund 300 Milliarden Dollar für das KI-Ökosystem gemacht.

Finanzielle Risiken und Cashflow-Balance

Rund 70 Milliarden Dollar dieser Zusagen entfallen demnach auf direkte Eigenkapitalinvestitionen, 30 Milliarden Dollar gehen direkt an OpenAI. Die restlichen 230 Milliarden Dollar verteilen sich auf verschiedene Garantie- und Unterstützungsmechanismen. BofA geht davon aus, dass der in den kommenden zwei Jahren erwartete 469 Milliarden Dollar hohe freie Cashflow diese Risiken problemlos abdecken kann.

Aktienrückkäufe und Ausblick

Im Analysebericht wurde die Kapitalrückführungsstrategie des Unternehmens mit dem Tech-Konzern Apple verglichen. Im zweiten Quartal schüttete Nvidia 26 Milliarden Dollar an die Aktionäre aus; im genehmigten Rückkaufprogramm stehen weiterhin 99 Milliarden Dollar zur Verfügung.

Auch die Ausgaben großer Kunden im Tech-Ökosystem deuten auf anhaltende Nachfrage hin:

  • Amazon Web Services (AWS) kündigte an, 2 Millionen Nvidia-Grafikprozessoren zu kaufen.
  • Die Investitionsausgaben der fünf größten Cloud-Anbieter dürften im kommenden Jahr auf 1,3 Billionen Dollar steigen.
  • Der tägliche freie Cashflow des Unternehmens soll im nächsten Jahr auf fast 1 Milliarde Dollar zulegen.