Was sagt McKinseys Einschätzung zur chinesischen Wirtschaft?
Trotz der zuletzt schwachen Nachfrage, des Drucks im Immobiliensektor und des Trends zur Diversifizierung von Lieferketten zeichnet McKinsey für die chinesische Wirtschaft ein anderes Bild. Nick Leung und Joe Ngai, zwei führende Köpfe des Unternehmens in Großchina, schreiben in ihrem neuen Buch, dass China weder in eine Japan-ähnliche Stagnation abrutscht noch ein groß angelegter wirtschaftlicher Bruch mit den USA bevorsteht.
Die Grundlage dafür sind Chinas Gewicht in der globalen Produktion sowie die hohen Ausgaben, mit denen das Land bei fortgeschrittener Technologie aufholen will. Nach dieser Einschätzung rührt ein großer Teil der Enttäuschung amerikanischer und europäischer Unternehmen, die in China einst starke Marktanteile hatten, daher, dass die heutige Lage mit den außergewöhnlich guten Bedingungen der vergangenen 20 Jahre verglichen wird.
Warum bleibt die Strategie für ausländische Unternehmen wichtig?
Joe Ngai betonte, dass auch chinesische Unternehmen in einer langsameren Wirtschaft den harten Wettbewerb nicht schätzen. Multinationale Konzerne, die langfristig erfolgreich bleiben wollen, müssten weiter in China investieren, um sowohl im riesigen Verbrauchermarkt präsent zu bleiben als auch in anderen Ländern wettbewerbsfähig zu sein, in denen chinesische Firmen wachsen.
Allerdings sind nicht alle Branchen gleichermaßen entspannt. Besonders in Bereichen wie Technologie bleibt die geopolitische Sensibilität hoch. Gleichzeitig sollen ausländische Unternehmen mit chinesischen Private-Equity-Fonds über lokale Partnerschaften sprechen; bislang dominierten jedoch Gespräche statt abgeschlossener Transaktionen.
Druck auf Konsum und Profitabilität bleibt bestehen
Auch die Gründe für die Zurückhaltung an den Märkten sind weiterhin stark. Seit der Pandemie wächst der Einzelhandel in China langsamer als zuvor, die Dynamik bei den China-Privatverkäufen liegt nach Angaben der Quelle bei weniger als der Hälfte des früheren Tempos. Starbucks hat eine Mehrheitsbeteiligung an seinen lokalen Aktivitäten verkauft, während sich einige große US-Unternehmen wegen der geopolitischen Spannungen zurückgezogen haben.
Auch bei heimischen Firmen führt Wachstum nicht automatisch zu Gewinn. Die Getränke- und günstige-Getränke-Kette Mixue wuchs so schnell, dass sie ihre Zahl an Filialen auf fast das Vierfache von Dunkin Donuts ausgebaut hätte; dennoch sank der Gewinn im ersten Halbjahr um 14,7 %, weil die Verkaufskosten schneller stiegen als der Umsatz, und die Aktie fiel in der vergangenen Woche.
Weitere Signale, die der Markt beobachtet
- KI-gestützte Bildungsprodukte zählen zu den Wachstumsfeldern chinesischer Unternehmen im Ausland.
- Nach Einschätzung von McKinsey bleibt es für viele Manager trotz der Suche nach Alternativen in den vergangenen Jahren schwierig, China zu ignorieren.
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