Finanzierungslücke zwingt zu Kürzungen
Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) hat angekündigt, sein Lebensmittelhilfeprogramm im besetzten Westjordanland wegen unzureichender Finanzierung ab diesem Monat zu verkleinern. Nach Angaben der Organisation sinkt die Zahl der unterstützten Menschen von 400.000 auf 200.000.
Von den Kürzungen betroffen sind Bargeldhilfen für Familien, Einkaufsgutscheine, direkte Lebensmittelhilfe, Programme zur Unterstützung der Lebensgrundlagen sowie Ernährungsdienste. Das WFP schätzt, dass im Westjordanland rund 900.000 Menschen von Ernährungsunsicherheit betroffen sind.
Die Agentur teilte mit, sie müsse die verfügbaren Mittel auf die verletzlichsten Gruppen konzentrieren, während der Bedarf vor Ort weiterhin breit bestehe. Zugleich verwies sie darauf, dass sinkende Unterstützung zuletzt vor allem in den USA und anderen großen Geberländern die Budgets internationaler Hilfsorganisationen belastet habe.
Auch Bargeldhilfe im Gazastreifen wird gekürzt
Das WFP erklärte, dass sich die Finanzierungslage auch auf seine Einsätze im Gazastreifen auswirke. Die Organisation versorgt dort 1,5 Millionen Menschen; für 1 Million von ihnen werde jeden Monat reguläre Lebensmittelhilfe bereitgestellt.
Laut Claire Nevill, Sprecherin des WFP für die palästinensischen Gebiete, gegenüber der Associated Press hat die Kürzung der Bargeldhilfe für etwa 75.000 Familien im Gazastreifen bereits begonnen. Zudem teilte das WFP im Juli mit, dass der Wert der Bargeldunterstützung für 375.000 Menschen in der Region um 40 % gesenkt worden sei.
Eine im Juli veröffentlichte Bewertung nach der Integrierten Klassifizierung der Ernährungssicherheitsphasen (IPC) zeigte, dass sich die Lage seit der im vergangenen Jahr in Teilen des Gazastreifens ausgerufenen Hungersnot zwar etwas verbessert hat, insgesamt aber weiterhin auf Krisenniveau bleibt.
- Die Kürzungen im Westjordanland umfassen Bargeldhilfe, Gutscheine, Lebensmittelverteilung und Ernährungsdienste.
- Im Gazastreifen werden sowohl die Zahl der unterstützten Familien als auch der Wert der Bargeldhilfe reduziert.
WFP fordert 386 Millionen Dollar für sechs Monate
Für die Versorgung von rund 2 Millionen ernährungsunsicheren Menschen im Gazastreifen und im Westjordanland in den nächsten sechs Monaten benötigt das WFP nach eigenen Angaben zusätzliche 386 Millionen Dollar. Der Länderdirektor des WFP für Palästina, Shaun Hughes, rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, die Unterstützung für die Palästinenser zu verstärken.
UN-Daten zeigen, dass die Finanzierung im weltweiten humanitären Hilfssystem knapper wird. Dass die UN ihren Hilfsaufruf für 2026 nur auf Basis der Hälfte des benötigten Betrags gestartet hat und der Anteil der USA an der gesamten Hilfe auf 15,6 % gesunken ist, deutet darauf hin, dass der Druck auf die Programme vor Ort anhalten wird.
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