Steigende Kosten schwächen die Nachfrage in Restaurants
Essen gehen ist in Großbritannien wegen des Drucks auf die Haushaltsbudgets teurer geworden. Daten von YouGov zeigen, dass mehr als ein Drittel der Briten Restaurantbesuche reduziert hat. Die Betriebe mussten ihre Menüpreise anheben, weil Kosten für Lebensmittel, Energie, Löhne und Steuern gestiegen sind.
Um die nachlassende Nachfrage auszugleichen, setzen Restaurants auf unterschiedliche Aktionen, um leere Tische zu füllen und die Kundentreue zu sichern. Bonusprogramme, Rabatte außerhalb der Stoßzeiten, Kinderessen-Angebote und Eröffnungsaktionen gehören zu den wichtigsten Methoden, mit denen Verbraucher am Ende weniger zahlen sollen.
Wo konzentrieren sich die Sparaktionen?
Zu den am häufigsten genutzten Instrumenten zählen Treueprogramme. So bietet etwa der Pizza Express Club Kunden nach einem bestimmten Umsatz und einer bestimmten Zahl an Besuchen kostenlose Produkte an, während Systeme wie Nando's und Tastecard darauf abzielen, Stammgästen Rabatte zu gewähren.
- Wer außerhalb der Mittags- und Abendspitzen früh oder spät reserviert, kann mit einer niedrigeren Rechnung rechnen.
- Während der Schulferien bieten einige Ketten Kindern in Begleitung eines zahlenden Erwachsenen kostenlose oder Mahlzeiten für 1 Pfund an.
- Neu eröffnete Restaurants setzen in der Startphase zeitweise auf Preisnachlässe, um Gäste anzulocken.
Warum Nebenzeiten im Fokus stehen
Apps wie First Table und EatClub gewähren in teilnehmenden Restaurants bei der ersten oder letzten Servicezeit Rabatte von bis zu 50 % auf Speisen. Das Modell erhöht die Auslastung in Stunden, in denen sonst leere Plätze drohen, während Verbraucher gegen eine kleine Reservierungsgebühr eine niedrigere Rechnung erhalten.
Nach Angaben von Shokofeh Hejazi, einer Managerin bei The Food People, werden frühe Essenszeiten auch bevorzugt, weil sie eine ruhigere Atmosphäre bieten; in diesen Zeitfenstern fällt zudem der Getränkekonsum meist geringer aus, was die Gesamtausgaben senkt. Aus demselben Grund gelten auch Frühstückstreffen als budgetfreundlicher, weil sie nur eine Hauptmahlzeit umfassen.
Neue Eröffnungen und Supermarkt-Punkte helfen ebenfalls beim Sparen
Auch neue Restaurant-Eröffnungen, im Branchenjargon als Soft Launch bekannt, eröffnen Sparmöglichkeiten. Um auf sich aufmerksam zu machen und die Mundpropaganda anzukurbeln, bieten Betriebe in den ersten Wochen oft reduzierte Preise an; einige halten diese Preisgestaltung auch länger an ruhigen Tagen wie Montag bei.
Tesco Clubcard-Punkte aus dem Supermarkt lassen sich ebenfalls für Restaurantausgaben nutzen. In einem von BBC Business genannten Beispiel können 50 Pence an gesammelten Tesco-Punkten in teilnehmenden Prezzo-Italian-Filialen in einen Gutschein über 1,50 Pfund umgewandelt werden.
Lebensmittelrettung bringt zusätzliche Ersparnisse
Apps wie Too Good To Go und Olio, die überschüssige Lebensmittel vermitteln, bringen nicht verkaufte Produkte aus Restaurants oder Geschäften kostenlos oder deutlich unter dem Normalpreis zu den Verbrauchern. Zwar ist der genaue Inhalt der gekauften Produkte nicht immer vorher bekannt, doch sie können die Ausgaben für Grundnahrungsmittel senken und so das Budget für Restaurantbesuche entlasten.
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