Wie lief das Abschiebungsverfahren nach der Festnahme ab?
Milo Yiannopoulos wurde nach seiner Festnahme durch die US-Einwanderungsbehörde ICE nach Großbritannien zurückgeschickt. Das US-Heimatschutzministerium (DHS) teilte mit, der 41-jährige britische rechtsgerichtete Kommentator sei am Freitag abgeschoben worden.
Nach Angaben des Ministeriums reiste Yiannopoulos im Mai 2019 in die USA ein und überschritt dort die erlaubte Aufenthaltsdauer. Die Behörden erklärten, er sei nach seiner Ankunft am 27. August am internationalen Flughafen Louis Armstrong in New Orleans vernommen worden.
Das DHS bezeichnete Yiannopoulos als eine Person aus Großbritannien, die gegen die US-Einwanderungsregeln verstoßen habe. In der Mitteilung hieß es, er sei in sein Heimatland zurückgeschickt worden.
Mit harten Worten in der Migrationspolitik bekannt
Der frühere Breitbart News-Redakteur Yiannopoulos war in der Öffentlichkeit seit Langem für seine kompromisslose Haltung in der Migrationsfrage bekannt. Der Kommentator, der sich früher für Razzien der ICE ausgesprochen hatte, forderte in Beiträgen auf sozialen Medien die Abschiebung von Millionen Menschen und den sofortigen Ausschluss all jener, die ihren legalen Status nicht belegen könnten.
Yiannopoulos gehörte zu den frühen Unterstützern von Donald Trumps Präsidentschaftskampagne 2016. Später kritisierte er Trump zwar, hielt aber an seiner Unterstützung für dessen politische Agenda fest; im März dieses Jahres schrieb er allerdings, der Präsident habe die Orientierung verloren.
Der Kommentator arbeitete zeitweise auch für die gescheiterte Präsidentschaftskampagne des Rappers Kanye West. Zudem war er für die frühere republikanische Kongressabgeordnete Marjorie Taylor Greene tätig.
Kontroversen und jüngste Vorwürfe
Yiannopoulos geriet wegen Äußerungen über transgeschlechtliche Menschen, Muslime, die Bewegung Black Lives Matter, Feministinnen und Homosexuelle immer wieder in die Kritik. Der frühere offen schwule Kommentator bezeichnete sich später selbst als „ehemals schwul“.
- 2017 wurde sein Auftritt bei der CPAC abgesagt, nachdem Videos aufgetaucht waren, in denen er angeblich Kindesmissbrauch verharmlost hatte.
- Damals entschuldigte er sich, wies die Vorwürfe zurück und sagte, seine Äußerungen hätten sich auf eigene Kindheitserfahrungen bezogen; später verließ er Breitbart.
Die Rechtsextremistin Laura Loomer behauptete zudem, sie habe zu Yiannopoulos’ Festnahme beigetragen. Loomer erklärte, Yiannopoulos werde nicht mehr in die USA zurückkehren können; diese Einschätzung wurde in dem Bericht jedoch nicht zusätzlich als eigenständige Entscheidung des DHS bestätigt.
"""
Kommentare (0)
Noch keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten.
Kommentar schreiben