Der britische rechtsgerichtete Kommentator Milo Yiannopoulos befindet sich in Gewahrsam der US Immigration and Customs Enforcement (ICE) und wartet auf seine Abschiebung. Das US-Heimatschutzministerium (Department of Homeland Security, DHS) teilte mit, dass ein Einwanderungsrichter am 22. Juli eine endgültige Ausweisungsanordnung gegen Yiannopoulos erlassen habe, weil er nicht zu einer Einwanderungsanhörung erschienen sei.
Nach Angaben aus dem Haftregister der ICE wird der 41-Jährige in Louisiana festgehalten. In einer DHS-Mitteilung hieß es zudem, der britische Kommentator sei nach seiner Ankunft am Flughafen von New Orleans am 27. August in Gewahrsam genommen worden.
Das Ministerium erklärte, Yiannopoulos sei im Mai 2019 in die USA eingereist und habe sich nach Ablauf seines legalen Aufenthalts weiter im Land aufgehalten. Er werde bis zum Abschluss des Abschiebungsverfahrens in Haft bleiben, so die Behörde.
Yiannopoulos, der früher als Redakteur bei Breitbart News arbeitete und später auch zum Team des Rappers Kanye West gehörte, ist seit Jahren für seine politischen Provokationen und kontroversen Äußerungen bekannt. Der Kommentator inszeniert sich selbst als provokante politische Figur, Kritiker werfen ihm dagegen vor, Hassrede zu verbreiten.
Politische Linie und Kontroversen
Yiannopoulos gehörte während der Präsidentschaftswahl 2016 zu den frühen Unterstützern von Donald Trump und sprach bei einer Veranstaltung am Rande des Republikaner-Parteitags. In den Folgejahren distanzierte er sich zwar teilweise von der Trump-Bewegung, unterstützte aber weiterhin einige Punkte der republikanischen Agenda.
Wegen früherer Äußerungen über trans Personen, Muslime, die Bewegung Black Lives Matter, Feministinnen und Homosexuelle stand der Kommentator immer wieder im Zentrum von Debatten. Bekannt ist auch, dass er in Social-Media-Beiträgen ICE-Einsätze unterstützte und zu Massenabschiebungen aufrief.
2017 wurde Yiannopoulos vom Programm der konservativen CPAC-Konferenz ausgeschlossen, nachdem Aufnahmen veröffentlicht worden waren, die den Eindruck erweckten, er habe Kindesmissbrauch verharmlost; dort hatte auch Trump gesprochen. Yiannopoulos entschuldigte sich damals, wies die Vorwürfe jedoch zurück und erklärte, seine Aussagen seien im Kontext eigener Erfahrungen aus seiner Kindheit zu verstehen gewesen. Anschließend verließ er Breitbart.
Die BBC bat die britische Botschaft in Washington um eine Stellungnahme zu dem Fall. Yiannopoulos reagierte seinerseits nicht auf eine Anfrage der BBC.
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