Zinsausblick für 2027 nach oben korrigiert
Für Hypothekenzinsen in den USA zeichnet sich für 2027 nur wenig Entlastung für potenzielle Käufer ab. Nach den jüngsten Prognosen könnten die Zinsen für 30-jährige Festhypotheken auch im kommenden Jahr nahe dem aktuellen Niveau bleiben. Laut Daten von Mortgage News Daily liegt der durchschnittliche Zinssatz derzeit bei 6,81 Prozent.
Fannie Mae hat seine Erwartung für den durchschnittlichen Zinssatz 2027 von 6,3 Prozent auf 6,7 Prozent angehoben. Auch die Mortgage Bankers Association rechnete in ihrer August-Prognose mit 6,7 Prozent; im Juni hatte die Organisation noch 6,5 Prozent erwartet. Damit gehen Institute, die im Jahresverlauf noch niedrigere Zinsen erwartet hatten, inzwischen von einem länger anhaltenden Hochzinsumfeld aus.
Das deutet darauf hin, dass sich ein Abwarten bis 2027 für den Immobilienkauf kaum spürbar verbilligen dürfte. Vor allem die anhaltend hohen Finanzierungskosten schwächen die Hoffnung auf niedrigere monatliche Raten.
Was die Prognosen nach oben treibt
Der wichtigste Belastungsfaktor am Markt bleibt die Inflation. Hypothekenzinsen bewegen sich oft parallel zur Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen; bleiben die Inflationserwartungen hoch, steigen auch die Anleiherenditen und damit tendenziell die Bauzinsen.
Nach Angaben des US Bureau of Economic Analysis stieg der von der US-Notenbank Fed genau beobachtete Inflationsindikator im Juli im Jahresvergleich um 3,7 Prozent. Das liegt deutlich über dem Ziel der Zentralbank von 2 Prozent. Auch erneut eingeführte Zölle sowie die Kostenbelastungen durch den Krieg in Iran gelten als Faktoren, die niedrigere Zinsen erschweren.
- Hohe Inflation kann dazu führen, dass Anleger höhere Renditen für Anleihen verlangen.
- Zölle verteuern Materialien wie Holz, Sperrholz, Stahl, Aluminium, Kupfer und Zement.
- Steigende Ölpreise erhöhen die Kosten für Benzin und Diesel in Produktion und Transport.
Realtor.com hatte zuvor erwartet, dass die Zinsen im Rest von 2026 bei etwa 6,3 Prozent liegen würden. Die Organisation erklärte jedoch, dass Inflation und der Krieg in Iran zusätzlichen Aufwärtsdruck auf die Zinsen ausüben und dieser Ausblick daher zu optimistisch sein könnte.
Hauspreise und Kaufkraft bleiben unter Druck
Neben den hohen Zinsen schwächt sich auch das Budget der Käufer ab. Einer Analyse des Hamilton Project bei der Brookings Institution anhand bundesstaatlicher Daten zufolge sanken die durchschnittlichen Stundenlöhne in der ersten Hälfte von 2026 inflationsbereinigt auf Jahresbasis um 1,66 Prozent. Das begrenzt die Mittel, die Haushalte für Wohneigentum aufbringen können.
Zwar sind die Hauspreise landesweit im Verlauf von 2026 im Jahresvergleich gefallen, doch liegen die Werte immer noch rund 59 Prozent über dem Niveau von 2020. Zudem erwartet Fannie Mae in einer jüngsten Umfrage unter mehr als 100 Immobilienexperten, dass die landesweiten Hauspreise 2027 um 2,2 Prozent steigen werden. In einem Markt mit hohen Zinsen und steigenden Preisen nimmt der Druck auf die Erschwinglichkeit damit weiter zu.
Auch auf der Angebotsseite bleiben die Probleme bestehen. Bauunternehmen kämpfen sowohl mit dem Mangel an Fachkräften als auch mit steigenden Material- und Energiekosten. Das erhöht das Risiko, dass weniger Neubauten auf den Markt kommen und die verfügbaren Häuser teurer werden.
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