"""

Die Lücke zwischen Erwartungen und Marktdaten wächst

Wenn Hypothekenzinsen sinken, entscheiden sich viele US-Verbraucher, die ein Haus kaufen wollen, für das Abwarten. Umfragedaten zeigen jedoch, dass diese Entscheidung oft nicht auf den aktuellen Marktbedingungen, sondern auf einer falschen Wahrnehmung des Zinsniveaus beruht. In einer im Auftrag von Neighbors Bank unter 1.000 potenziellen Käufern durchgeführten Studie konnten nur 35 % den durchschnittlichen festen 30-Jahres-Zinssatz in die richtige Spanne einordnen; 45 % schätzten ihn sogar höher ein, als er tatsächlich ist.

Laut der Umfrage haben 72 % der Käufer ihre Immobiliensuche vorerst auf Eis gelegt. Die längste Wartezeit wurde mit 14 Monaten bei der Millennials-Generation gemessen. 34 % derjenigen, die weiter warten, sagten zudem, sie würden erst dann kaufen, wenn der Zinssatz das von ihnen gewünschte Niveau erreicht.

Die Zinsentwicklung spricht kurzfristig nicht für einen schnellen Rückgang

Nach Daten von Freddie Mac lag der durchschnittliche feste 30-jährige Hypothekenzins im Januar 2021 bei 2,65 %. Der Satz stieg im Oktober 2023 auf bis zu 7,79 %; obwohl er bis Ende Februar dieses Jahres auf 5,98 % nachgab, kletterte er am 9. Juli wieder auf 6,49 % und lag zum 27. August bei 6,66 %.

  • Fannie Mae prognostizierte in seiner Juni-Schätzung, dass der feste 30-Jahres-Zins im restlichen Jahr 2026 im Schnitt bei 6,4 % liegen und 2027 nur leicht auf 6,3 % sinken werde.
  • Die Mortgage Bankers Association (MBA) erwartet, dass der Zinssatz im dritten und vierten Quartal bei 6,5 % bleibt und auch im Verlauf von 2027 auf diesem Niveau verharrt.

Von U.S. News zitierte Analysten gehen ebenfalls davon aus, dass die Zinsen in den kommenden drei Jahren in einer Spanne von 6 % bis 6,5 % bleiben könnten. Experten von LendingTree betonen zudem, dass 2026 kein Niveau von 5 % erwartet werde und kurzfristig auch ein Wert unter 6 % schwer erreichbar erscheine.

Das Warten hat seinen Preis – bei Mieten und Immobilienpreisen

Viele, die aufschieben, bereuen es später

41 % derjenigen, die ihre Suche verschoben haben, sagten, sie hätten lieber handeln sollen, bevor Zinsen oder Hauspreise weiter steigen. 17 % der Befragten erklärten, sie würden 2025 erneut durchleben wollen, um dann ein Haus zu kaufen; 40 % reichen ihre Reue bis in die Pandemiezeit zurück, als der feste 30-Jahres-Zins auf 2,65 % gefallen war.

Steigende Mieten schmälern die Sparfähigkeit

49 % aller Befragten gaben an, wegen steigender Mieten weniger für den Hauskauf sparen zu können und ihre Pläne deshalb zu verzögern. Außerdem sagten 67 %, dass die Häuser, die sie sich ansehen, seit Beginn ihrer Suche teurer geworden seien. 18 % der Aufschieber erklärten, sie würden weiterhin für die Anzahlung sparen.

Ashley Harris betonte, Käufer sollten „die aktuellen Konditionen und die auf dem Tisch liegenden Kreditoptionen prüfen, statt auf eine Zahl zu warten, die nicht zum Markt passt“.

Der Bericht legt nahe, dass das Warten auf eine Zinssenkung allein nicht automatisch ein Vorteil ist. Eine mögliche leichte Entlastung bei den Zinsen könnte durch weiter steigende Hauspreise und wieder stärkere Konkurrenz auf dem Markt teilweise oder ganz aufgezehrt werden.

"""