Was die Botschaft aus Jackson Hole für die Märkte bedeutet
Fed-Chef Kevin Warsh hat in seiner Rede beim Treffen in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming signalisiert, dass die Option einer Zinserhöhung weiter auf dem Tisch bleiben könnte, falls sich die hartnäckige Inflation fortsetzt. Mit seinen Aussagen vor der Fed-Sitzung Mitte September wollte er nach der unklaren Kommunikation im Juli die Frage nach der künftigen Ausrichtung der Geldpolitik etwas entschärfen.
Warshs erste Presseauftritte im Juli waren dafür kritisiert worden, dass sie keinen klaren Rahmen für den Zinskurs geliefert hätten. Diese Unklarheit hatte vor allem am Markt für langlaufende Staatsanleihen Verkäufe ausgelöst; Investoren begannen, den Kurs der Fed mit einer höheren Risikoprämie einzupreisen.
Welches Bild zeichnen die Inflationsdaten und das 2-Prozent-Ziel?
In Jackson Hole sagte Warsh, dass das hohe Preisniveau für die Fed oberste Priorität haben müsse. Er betonte, dass die finanziellen Bedingungen insgesamt nicht besonders restriktiv seien, und schlug damit einen deutlich hawkischeren Ton an als im Juli.
Auch beim offiziellen Ziel der Fed, der 2-Prozent-PCE-Inflation, machte Warsh keine Abstriche. Er bezeichnete das Ziel als „festes, stabiles Ziel“ und verwies darauf, dass die in dieser Woche veröffentlichten Daten die PCE-Inflation im Juli bei 3,7 Prozent gezeigt hätten.
Welche Kennzahlen hob Warsh hervor?
Der Fed-Chef erklärte, dass er sich nicht auf eine einzelne Kennziffer stütze, sondern mehrere Preisindikatoren gemeinsam betrachte. Im Mittelpunkt seiner Rede standen folgende Daten:
- In den vergangenen 12 Monaten stiegen 54 Prozent der PCE-Komponenten auf annualisierter Basis um mehr als 3 Prozent.
- In den vergangenen 6 Monaten lag dieser Anteil bei 49 Prozent.
- Der VPI liegt bei 3,4 Prozent.
Laut Warsh ist keine dieser Messgrößen für sich allein perfekt; zusammengenommen deuteten sie aber darauf hin, dass die Inflation weiterhin über dem Ziel bleibt. Dieser Ansatz zeigt, dass die Fed der Breite des Preisdrucks mehr Gewicht beimisst.
Welche Punkte werden vor der September-Sitzung wichtig?
Der nächste Zinsentscheid der Fed wird Mitte September erwartet. Warsh gab dafür keine klare Zusage ab, sagte jedoch, dass die kurzfristigen Zinsen das wichtigste Instrument seien, um das Mandat der Fed mit Preisstabilität und Beschäftigung zu erfüllen.
Warsh sagte außerdem, dass die Entwicklungen bei der Künstlichen Intelligenz von der Fed beobachtet würden, derzeit aber keinen entscheidenden Einfluss auf die aktuellen geldpolitischen Entscheidungen hätten. Dass dieses Thema, das früher als Argument für niedrigere Zinsen galt, nun in den Hintergrund rückt, und dass es keine neuen Signale zur Bilanzverkürzung gab, lenkt die Aufmerksamkeit der Märkte direkt auf die Inflationsdaten und die September-Sitzung.
Die Rede machte auch den Unterschied zwischen Warshs wirtschaftlicher Einschätzung und der von Donald Trump, der niedrigere Zinsen fordert, noch deutlicher. Entscheidend bleibt jedoch, wie stark die Fed in den kommenden Wochen die anhaltende Inflation als dauerhaft einstuft, wenn neue Daten vorliegen.
"""
Kommentare (0)
Noch keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten.
Kommentar schreiben