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Verkaufsdruck überlagert die starken Quartalszahlen

Marvell-Aktie ist in den vergangenen fünf Handelstagen nach den am 27. August veröffentlichten Ergebnissen für das zweite Quartal um mehr als 11 % gefallen. Der Halbleiterhersteller übertraf dank des KI-Themas zwar die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn, doch Anleger bewerteten den kurzfristigen Margenausblick deutlich vorsichtiger.

Marktdaten zufolge lag der Hauptgrund für den Rückgang in den eingetrübten Erwartungen an die kurzfristige Profitabilität. Damit schlugen sich die starken Zahlen in der Bilanz nicht im gleichen Maß in der Kursentwicklung nieder – ein weiteres Beispiel dafür, wie stark die Schwankungen rund um die Berichtssaison in beide Richtungen wirken können.

Optionspreise und historische Muster zeigen kein einheitliches Bild

In einer Analyse von Barchart hieß es, die Volatilitätskurve am Optionsmarkt habe vor dem Bericht bereits auf eine eher vorsichtige Haltung hingedeutet. Gleichzeitig wurde in derselben Einschätzung auch die Möglichkeit einer kurzfristigen Gegenbewegung nach oben erwähnt; ein 212,50/220-Dollar-Bull-Call-Spread mit Laufzeit bis zum 21. August wurde dabei als Beispiel für einen Trade mit vollständigem Gewinn herausgestellt.

  • In den vergangenen 10 Wochen schloss die Aktie nur in 3 Wochen mit einer positiven Kerze.
  • Seit Januar 2019 wurde dasselbe quantitative Signal 37-mal beobachtet.
  • Nach diesem Signal erreichte die Aktie in der zweiten Woche 18-mal und in der dritten Woche 17-mal ein Niveau von 220 Dollar.

Deutliche Differenz bei den Wahrscheinlichkeiten

Für den 215/220-Dollar-Bull-Call-Spread mit Laufzeit bis zum 18. September wurde in der Analyse ein Break-even-Punkt von 217,30 Dollar genannt. Dem historischen Rahmen zufolge lag die Wahrscheinlichkeit, diesen Punkt in der zweiten und dritten Woche zu erreichen, bei 56,8 %; die Standard-Optionsbewertung an der Wall Street kam für dieselbe Wahrscheinlichkeit auf 41,8 %.

Außerdem ergab das aus der erwarteten Bewegung abgeleitete Modell eine Wahrscheinlichkeit von 35,69 %, dass der Kurs bis zum Laufzeitende die Marke von 220 Dollar erreicht. Das Bild zeigt: Für die kurzfristige Richtung bleibt der Optionsmarkt vorsichtig, während der historisch basierte Ansatz etwas optimistischer ausfällt.

Im Fokus bleibt die Margenentwicklung

Der zentrale Unterschied in der Analyse liegt in der Frage, ob sich die Kursbewegung zufällig entwickelt oder ob sie nach dem scharfen Rückgang der vergangenen Wochen durch erneute Käufe institutioneller Investoren geordneter verläuft. Für Marvell werden in den kommenden Wochen vor allem die aktualisierten Margenaussichten nach dem Bericht und die Frage entscheidend sein, in welchem Maß die KI-bezogene Nachfrage nach Halbleitern auf das Umsatzwachstum durchschlägt.

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