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Halbleiter stehen im Zentrum des Exportrekords

Südkoreas Chip-Exporte sind im August im Vergleich zum Vorjahresmonat um 209 % auf 46,65 Milliarden US-Dollar gestiegen und damit auf ein Allzeithoch geklettert. Nach Angaben des südkoreanischen Ministeriums für Handel, Industrie und Energie machte dieser Posten 47,5 % der gesamten Warenexporte von 98,25 Milliarden US-Dollar aus, die im selben Monat erzielt wurden.

Der wichtigste Treiber der Exportentwicklung in der viertgrößten Volkswirtschaft Asiens war die Nachfrage nach Infrastruktur für künstliche Intelligenz. Das Ministerium teilte mit, dass höhere Investitionen großer Cloud-Anbieter wie Google und Amazon die Ausfuhren von Halbleitern gestützt hätten.

Warum der schnelle Anstieg mit Vorsicht betrachtet wird

Nach Einschätzung von Analysten ging der Großteil des Exportwachstums im August auf Chips zurück. Zwar gilt dieses Bild kurzfristig als positiv für Außenhandel und Wachstum, doch an den Märkten stellt sich vor allem die Frage, wie lange dieser Schwung anhalten kann und mit welchen anderen Branchen die Wirtschaft bei einer Abschwächung gegengesteuert werden könnte.

Geldpolitik könnte den Puffer begrenzen

Die Bank of Korea (BOK), die Zentralbank Südkoreas, hob im August ihren Leitzins wegen der anhaltend hohen Kerninflation auf 3 % an und erhöhte damit zum zweiten Mal in Folge die Zinsen. Laut Moody's Analytics könnte eine gleichzeitige Abschwächung der Chip-Nachfrage und eine restriktivere Geldpolitik dazu führen, dass die Binnennachfrage die Lücke nur schwer schließen kann.

Druck auf traditionelle Branchen bleibt bestehen

Abseits der Halbleiter ist das Bild uneinheitlicher. Im August gingen die Autoexporte im Jahresvergleich um 29,8 % zurück; das Ministerium verwies dabei auf die Sommerferien und teilweise Streiks. Einige Analysten sehen zudem die US-Zölle und die Verlagerung von Produktion in amerikanische Werke als Faktoren, die für einen anhaltenderen Gegenwind sorgen.

  • Eine mögliche Abschwächung der Chip-Nachfrage könnte das Exportwachstum rasch bremsen.
  • Eine straffe Geldpolitik könnte die Fähigkeit des Binnenkonsums begrenzen, diese Lücke zu füllen.

Können andere Bereiche das Wachstum stützen?

Die Daten zeigen jedoch auch, dass die Wirtschaft nicht vollständig von einer einzigen Branche abhängt. Die BOK erklärte bei ihrer geldpolitischen Entscheidung im August, die Erholung des Konsums beschleunige sich allmählich, während die Ministeriumsangaben einen Anstieg der Exporte ohne Halbleiter um 20 % im selben Monat auswiesen.

Homin Lee von Lombard Odier hält es für möglich, dass Südkorea trotz einer nachlassenden Chip-Dynamik dank robuster zyklischer Branchen ein reales Jahreswachstum von rund 2 % bis 3 % halten kann. Jeff Ng von der Sumitomo Mitsui Banking Corporation rechnet zwar wegen des Basiseffekts und stabilerer Preise mit einer Verlangsamung, erwartet aber, dass das gesamte Exportwachstum in den kommenden 12 Monaten positiv bleibt.

Deshalb beobachten die Märkte nun genau, ob die KI-getriebene Auslandsnachfrage anhält und welchen Beitrag Bereiche wie die Autoindustrie und der private Konsum zum Wachstum leisten können. Auch wenn die kurzfristigen Aussichten für die südkoreanische Wirtschaft solide bleiben, steht die Frage im Raum, ob die Rekordentwicklung bei Chips allein für eine dauerhafte Balance ausreicht.

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