Wie kam die 1-Dollar-Münze mit Trump-Porträt in Umlauf?
Die 1-Dollar-Münze mit Trump-Porträt wurde am Dienstag um 12.00 Uhr US-Ostküstenzeit von der US-Münzprägeanstalt sowohl für den Umlauf als auch für den Verkauf freigegeben. Die neue Münze ist Teil einer Gedenkserie zum 250. Jahrestag der USA.
Auf der goldfarbenen Münze ist auf der Vorderseite neben Donald Trumps Porträt der Schriftzug „Liberty“ und „In God We Trust“ zu sehen. Auf der Rückseite befindet sich das Siegel des US-Präsidenten mit der Zahl „250“ auf dem Schild. Der Schritt fällt auf, weil damit seit rund 100 Jahren erstmals wieder eine lebende Person auf US-Geld erscheint.
Zwischen Verkaufspreis und Nennwert liegt eine große Lücke
Auch wenn auf der Münze 1 Dollar steht, verkauft die US-Münzprägeanstalt das Produkt in Sammlerpaketen zu deutlich höheren Preisen. Die Behörde betont, dass es sich nicht nur um ein Ausstellungsstück handelt, sondern dass die Münze auch für den alltäglichen Einkauf gültig ist.
- 25er-Rolle: 61 Dollar
- 100er-Beutel: 154,50 Dollar
Welche Schritte stehen hinter der Entscheidung?
Seit Donald Trumps Rückkehr ins Weiße Haus im vergangenen Jahr hat die Regierung mehrere Maßnahmen ergriffen, die seinen Namen oder sein Bild in den Vordergrund rücken. Dazu zählen das Kennedy Center, das US Institute of Peace, Karten für Nationalparks, begrenzte Passport-Ausgaben und das im vergangenen Jahr angekündigte 1-Millionen-Dollar-„Gold Card“-Visum.
US-Finanzminister Scott Bessent hatte die Münze erstmals am 15. Juli über soziale Medien angekündigt. Die Regierung stellte den Schritt in Zusammenhang mit den Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung und verwies als Vergleich auf eine Münze aus dem Jahr 1926, auf der George Washington und der damalige Präsident Calvin Coolidge gemeinsam zu sehen waren. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass dieses Beispiel nicht für den Umlauf geprägt wurde, sondern als Gedenkmünze gedacht war.
Was ist die rechtliche Debatte und wie reagieren die Politiker?
Welche Gesetzeslücke wurde genutzt?
Nach US-Bundesrecht dürfen auf Münzen und Wertpapieren des Landes grundsätzlich nur verstorbene Personen abgebildet werden. Ein unter Trumps erster Präsidentschaft unterzeichnetes Circulating Collection Coin Redesign Act von 2020 ermächtigt das Finanzministerium jedoch, 1-Dollar-Münzen mit Verweisen auf das 250-jährige Bestehen der USA zu prägen.
Das Gesetz verbietet auf der Rückseite dieser Münzen das Porträt lebender oder verstorbener Personen. Weil Trumps Bild auf der Vorderseite verwendet wird, gilt die neue Münze wahrscheinlich als mit dem rechtlichen Rahmen vereinbar.
Initiative im Kongress blieb erfolglos
Ende vergangenen Jahres brachten die demokratischen Senatoren Catherine Cortez Masto und Jeff Merkley einen Gesetzentwurf ein, der Trumps Gesicht auf dieser Münze verhindern sollte. Die Initiative wurde jedoch nicht verabschiedet. Bessent hatte im Mai außerdem erklärt, dass an einer neuen 250-Dollar-Banknote mit Trumps Porträt gearbeitet werde und dafür eine Zustimmung des Kongresses eingeholt werden solle.
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