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Großbritannien listet Hunderte Arbeitgeber bei Mindestlohnkontrolle auf

Im Rahmen von Kontrollen zum Mindestlohn hat die britische Regierung 658 Arbeitgeber öffentlich benannt, die ihren Beschäftigten offenbar weniger als den gesetzlich vorgeschriebenen Lohn gezahlt haben. Die Unternehmen wurden angewiesen, die zu wenig gezahlten Beträge vollständig nachzuzahlen; insgesamt sollen an die Beschäftigten 4 Millionen Pfund erstattet werden.

Nach Angaben des Ministeriums für Wirtschaft und Handel wurden gegen die Firmen zudem Strafen in Höhe von insgesamt 7 Millionen Pfund verhängt. Zu dem Zeitraum, in dem die Unterzahlungen entstanden, machte die Regierung keine Angaben.

Welche Unternehmen fielen besonders auf?

Auf der Liste stehen unter anderem Einzelhändler, Restaurants, Kindertagesstätten, Anbieter von Pflegediensten sowie einige NHS-Stiftungen, also Einrichtungen des britischen staatlichen Gesundheitsdienstes. Die höchste Unterzahlung wurde bei der Baumarktkette B&Q festgestellt.

Die wichtigsten Zahlen zu B&Q und Five Guys

Laut Regierungsunterlagen zahlte B&Q 4.530 Beschäftigten 456.934,72 Pfund zu wenig. Das Unternehmen erklärte, es habe sich um einen unbeabsichtigten Fehler bei der Berechnung geografischer Lohnunterschiede gehandelt; die betroffenen Beschäftigten seien im Juli 2025 vollständig entschädigt worden.

Die Fast-Food-Kette Five Guys tauchte mit einer Unterzahlung von 54.642,47 Pfund an 3.699 Beschäftigte ebenfalls auf der Liste auf. Das Unternehmen erklärte, technische Unterschiede bei der Anwendung der Lohnabrechnungsregeln hätten zu dem Ergebnis geführt; nach einer Prüfung durch die HMRC (britische Steuer- und Zollbehörde) seien die erforderlichen Zahlungen geleistet worden.

Weitere Arbeitgeber mit hohen Nachzahlungen

  • Elysium Healthcare Holdings 3 Ltd: 330.048,81 Pfund für 1.095 Beschäftigte
  • St George's, Epsom and St Helier Hospital Group: 123.331,97 Pfund für 75 Beschäftigte
  • Support Staff Services Limited: 119.715,13 Pfund für 323 Beschäftigte
  • Forest Holidays Ltd: 100.308,68 Pfund für 598 Beschäftigte

Auch der in Wandsworth in London ansässige St George's University Hospitals NHS Foundation Trust wurde mit einer Unterzahlung von 77.498,91 Pfund an 55 Beschäftigte aufgeführt. In einer Erklärung im Namen der beiden Krankenhausstiftungen hieß es, das Problem sei eine technische Compliance-Frage gewesen, die mit der Art zusammenhänge, wie Gehaltsumwandlungsmodelle bei der Berechnung des Mindestlohns berücksichtigt würden.

Neue Kontrollen und Bedeutung für den Markt

Die Regierung teilte mit, dass es sich um die erste öffentliche Veröffentlichung nach dem im April im Rahmen des Beschäftigungsrechtsgesetzes eingerichteten Fair Work Agency handelt. Die Behörde soll ihre Befugnisse künftig auch auf die Kontrolle anderer Themen ausweiten, etwa auf nicht gezahlten Urlaub oder Krankheitsgeld.

In Großbritannien liegt der gesetzliche Stundenmindestlohn für Beschäftigte ab 21 Jahren derzeit bei 12,71 Pfund. Für die Altersgruppe der 18- bis 20-Jährigen beträgt er 10,85 Pfund, für Unter-18-Jährige und Auszubildende 8 Pfund.

Die Behörden betonten, dass die öffentliche Nennung von Arbeitgebern mit Unterzahlungen sowohl die Rechte der Beschäftigten schützen als auch faire Wettbewerbsbedingungen für regelkonforme Unternehmen schaffen solle. Die Regierung rief Arbeitgeber dazu auf, ihre Lohnabrechnungen zu überprüfen.

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