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Zwischenstopp in Pattaya nach 250 Tagen im Einsatz

Die USS Abraham Lincoln hat nach einem Rekord von 250 Tagen ohne Hafenstopp in Pattaya in Thailand angelegt. Die rund 5.000-köpfige Besatzung des atomgetriebenen Flugzeugträgers bekam damit nach dem langen und verlängerten Einsatz erstmals Zeit an Land zur Erholung.

Das Schiff hatte San Diego im vergangenen November für einen zunächst auf sechs Monate angelegten Einsatz im Pazifik und im Südchinesischen Meer verlassen. Nach Beginn militärischer Operationen der USA und Israels gegen den Iran Ende Februar wurde die Route jedoch in den Golf verlegt und der Einsatz verlängert.

Verlängerter Einsatz sorgt auch in Washington für Debatten

Lebensbedingungen an Bord stehen in der Kritik

In den vergangenen Wochen äußerten mehrere Mitglieder des Kongresses ihre Sorge wegen Berichten über Lebensmittelknappheit, defekte Toiletten und psychischen Druck an Bord. Die US-Navy räumte schwierige Arbeitsbedingungen ein, erklärte aber, die Besatzung erhalte ausreichend Unterstützung.

Aus Sicherheitsgründen machte die Marine keine Angaben zu den Details des Anlegens in Pattaya. Thailand pflegt trotz enger Beziehungen zu China auch Partnerschaften mit den USA; Besuche amerikanischer Kriegsschiffe in dem Land hat es daher schon früher gegeben.

Wirtschaftliche Hoffnungen in Pattaya und strenge Kontrollen

Lokale Händler hoffen auf mehr Umsatz durch den Besuch

Pattaya war während des Vietnamkriegs ein Erholungsort für US-Soldaten und entwickelte sich in dieser Zeit von einem kleinen Fischerdorf zu einer international bekannten Touristenstadt. Heute belasten sinkende Tourismus- und Konsumausgaben infolge des Iran-Kriegs die lokalen Unternehmen, weshalb die Ankunft Tausender US-Angehöriger als wirtschaftliche Chance gesehen wird.

Lokale Geschäfte hoffen, dass die Seeleute nach rund neun Monaten auf See in der Stadt Geld ausgeben, das sie bisher nicht ausgeben konnten. Gleichzeitig haben die Behörden die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt, damit das bei Nachtleben bekannte Image der Stadt während des Besuchs nicht in den Vordergrund rückt.

Die thailändische Polizei hat Hunderte Beamte für Einsätze in den Vergnügungsvierteln abgestellt und die Betriebe gewarnt, amerikanischen Gästen keine überhöhten Preise zu berechnen. Der Besuch gilt als eine der größten US-Militärgruppen, die direkt aus einem Kriegsgebiet nach Pattaya kommen, und wird als seit dem Fall von Saigon 1975 in diesem Umfang beispiellos bewertet.

Bestimmte Bereiche und Aktivitäten für US-Personal gesperrt

Die US- und thailändischen Behörden haben zudem festgelegt, welche Grenzen das Personal einhalten muss. Zu den Einschränkungen gehören:

  • Ein Betretungsverbot für das als Soi 6 bekannte Gebiet, das für seine Go-go-Bars berühmt ist
  • Die Vorgabe, nicht in Pattayas Cannabis-Läden zu gehen
  • Die Anweisung, sich von Wassersportarten wie Parasailing und Jet-Ski fernzuhalten

Die US-Navy plant für die Tage des Aufenthalts in Thailand täglich Shuttlebusse vom Hafen nach Pattaya zwischen 05.00 und 02.00 Uhr. Für Personal, das an Land übernachten will, wurden zwei Hotels freigegeben. Die USS Abraham Lincoln soll am 6. September die Rückreise über den Pazifik antreten.

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