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PwC-Bericht zeigt ungleiche Verteilung des Wachstums auf Haushalte

Laut einem neuen Bericht aus dem Vereinigten Königreich schlägt sich das Wirtschaftswachstum in weiten Teilen des Landes nicht direkt im Lebensstandard der Haushalte nieder. Das Beratungsunternehmen PwC teilte mit, dass 12,5 Millionen Haushalte – also 46 % aller Haushalte – in Regionen leben, in denen trotz Wachstum keine spürbar bessere Lebensqualität ankommt.

Die Untersuchung zeigt insbesondere, dass die Kaufkraft der Haushalte im Norden Englands, in den Midlands und in Wales unter dem Landesdurchschnitt liegt. London und der Südosten liegen demnach deutlich darüber.

Wie groß sind die Unterschiede zwischen den Regionen?

  • Im Nordosten Englands liegt die Kaufkraft 6,6 % unter dem nationalen Durchschnitt; das entspricht 1.542 Pfund pro Jahr.
  • Im Nordwesten wurde die Differenz auf 1.493 Pfund beziffert.
  • Yorkshire und Humber verzeichneten mit einem Minus von 1.917 Pfund die schwächste Entwicklung.
  • Im Südosten liegt die Kaufkraft der Haushalte 9 % über dem landesweiten Durchschnitt; das bedeutet 2.154 Pfund zusätzliche Kaufkraft pro Jahr.

Der Bericht betont, dass sich Ungleichheit nicht nur zwischen Regionen, sondern auch innerhalb derselben Städte zeigt. In London lag das durchschnittliche jährliche verfügbare Einkommen in Richmond bei 35.448 Pfund, während es im benachbarten Hammersmith and Fulham bei 18.384 Pfund blieb.

Wie wurde die Kaufkraft gemessen und was sagen die Daten?

PwC legte bei der Berechnung der Haushaltskaufkraft das Einkommen nach Steuern und Wohnkosten zugrunde und berücksichtigte zudem Haushaltsgröße und -zusammensetzung. Die Methode soll zeigen, wie viel Geld nach den unvermeidbaren Ausgaben noch für andere Posten übrig bleibt.

Offiziellen Daten zufolge wuchs die Wirtschaft des Vereinigten Königreichs in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 1,2 %. Der Bericht stellt jedoch fest, dass nur ein begrenzter Teil des Anstiegs des Bruttoinlandsprodukts direkt in Kaufkraft für Haushalte umschlägt – das Wachstum komme also nicht allen gleichermaßen zugute.

Schottland und der Südwesten Englands bildeten eine Ausnahme vom allgemeinen Trend. Wegen niedrigerer Wohnkosten und kleinerer Haushalte wurde dort eine leicht über dem Landesdurchschnitt liegende Kaufkraft gemessen.

Haushaltsprioritäten der Regierung und Debatte um Dezentralisierung

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Berichts verspricht Premierminister Andy Burnham, die Lebensstandards durch den Kampf gegen die Lebenshaltungskosten und regionale Ungleichheiten zu verbessern. Zugleich bleiben Fragen zur Wirtschaftspolitik offen, da steigende Kreditkosten des britischen Staates den Spielraum für öffentliche Ausgaben weiter einschränken könnten.

PwC forderte, dass Kommunen in der nächsten Phase der Dezentralisierung einen größeren Anteil an den in ihren Regionen erwirtschafteten Einnahmen erhalten und diese Mittel freier einsetzen können. Die Regierung erklärte, die lokale Wirtschaft werde durch die Initiative „No10 North“ sowie durch einen Anteil britischer Bürgermeister an den Einnahmen aus der Einkommensteuer unterstützt. Die Oppositionsführerin der Konservativen Partei, Kemi Badenoch, kritisierte diesen Ansatz.

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