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Öl- und Inflationsdruck treibt US-Anleihen nach oben

Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe ist am Dienstag auf 4,79 Prozent gestiegen, nachdem erneut eskalierende Angriffe im Nahen Osten die Ölpreise nach oben getrieben und die Inflationssorgen verschärft hatten. Das ist das höchste Niveau bei den 10-jährigen Finanzierungskosten seit Januar 2025.

Der Anstieg des Ölpreises auf mehr als 92 Dollar je Barrel schürte die Sorge der Anleger, dass der Preisdruck wieder an Fahrt gewinnen könnte. Steigende Renditen am Anleihemarkt beeinflussen nicht nur die Kreditkosten des US-Finanzministeriums, sondern auch die Zinsen für Hypotheken, Autokredite und Kreditkarten.

Fed-Erwartungen erhöhen die Wahrscheinlichkeit eines Zinsschritts

Hinter der heftigen Bewegung am Markt steht die Einpreisung einer möglichen neuen Zinserhöhung für die Federal Reserve (Fed, US-Notenbank), da sich die Inflation hartnäckiger als erwartet zeigt. Den jüngsten Daten zufolge stiegen die Verbraucherpreise in den USA im Juli im Jahresvergleich um 3,4 Prozent; das liegt über dem 2-Prozent-Ziel der Fed.

Worauf deuten die Aussagen der Notenbanker hin?

Fed-Mitglied Michael Barr sagte in einer Rede, die Inflation sei seit fünf Jahren zu hoch gewesen, und betonte, falls kein Rückgang zu sehen sei, müsse man „entschlossen die Zinsen anheben“. Bereits in der vergangenen Woche hatte Kevin Warsh erklärt, die geldpolitischen Entscheidungsträger hätten noch Arbeit vor sich, wenn sie nicht davon überzeugt seien, dass der Druck durch die Lebenshaltungskosten nachlasse.

Der Leitzins wird dennoch seit Monaten unverändert in einer Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent gehalten. Die jüngsten Äußerungen haben die Erwartung der Anleger verstärkt, dass es noch in diesem Monat zu einem neuen Schritt kommen könnte.

Folgen hoher Renditen für Wirtschaft und Haushalte

Anleiherenditen steigen in der Regel in Phasen, in denen die Inflation hoch bleibt oder hoch bleiben dürfte. Wenn Anleger eine höhere Verzinsung verlangen, prägt dieser Trend weltweit auch die Richtung der Kreditkosten.

  • Die 30-jährige Hypothekenzinsen stiegen auf rund 6,7 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit einem Jahr.
  • Auch bei Auto- und Kreditkartenzinsen entsteht infolge des Anstiegs am Anleihemarkt Aufwärtsdruck.

Die Märkte beobachten nicht nur die Inflation, sondern auch das Ausmaß der öffentlichen Verschuldung und die Unsicherheit über die Rendite von Investitionen großer Tech-Konzerne in Künstliche Intelligenz. Während die US-Staatsverschuldung auf über 40 Billionen Dollar gestiegen ist, haben auch die langfristigen Finanzierungskosten ein Niveau erreicht, wie es seit 2007 nicht mehr gesehen wurde. Die Ankündigung von Finanzminister Scott Bessent, zur Senkung der Zinsen mehr Schulden zurückzukaufen, sorgte an den Märkten dennoch nicht für eine dauerhafte Entspannung.

Experten zufolge können hohe Zinsen die Konjunktur belasten, weil sie Kredite und Ausgaben unattraktiver machen. Wenn Verbraucher weniger ausgeben und Unternehmen Investitionen verschieben, steigt das Risiko einer Verlangsamung der wirtschaftlichen Dynamik.

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