Die wichtigsten Themen des Tages am Kryptomarkt
Die auffälligste Entwicklung am Kryptomarkt war die Zustimmung der Solana-Validatoren zu einer Änderung des Zeitplans, die das neue SOL-Angebot schneller drosseln soll. Am selben Tag machte in Kalifornien ein Gesetzentwurf Fortschritte, der Verbindungen von Amtsträgern zu Memecoins begrenzen soll, während auch Berichte über mögliche Kapitalunterstützung aus Abu Dhabi für die geplante US-Trust-Bank von World Liberty Financial die Runde machten.
Was ändert sich beim Solana-Angebotsplan?
Der auf dem Solana-Netzwerk angenommene Vorschlag SGP-0002 erhöht die jährliche Disinflationsrate von 15 auf 30 Prozent. Dadurch soll die Menge neu in Umlauf gebrachter SOL schneller sinken; das langfristige Inflationsziel bleibt bei 1,5 Prozent.
- Bei der Abstimmung erhielt der Vorschlag 67 Prozent Zustimmung; 25,16 Prozent stimmten dagegen, 7,84 Prozent enthielten sich.
- Rund 61 Prozent des berechtigten Stakes nahmen an der Abstimmung teil.
- Mit dem neuen Zeitplan soll das Inflationsniveau von 1,5 Prozent in etwa 2,8 Jahren erreicht werden, statt erst nach 5,7 Jahren.
- In den kommenden sechs Jahren könnten rund 18,9 Millionen SOL weniger ausgegeben werden.
Für bestehende Token-Inhaber könnte das die Verwässerung verringern; für Validatoren und Delegatoren dürften die Staking-Erträge dagegen sinken. Unter den großen Validatoren gab es unterschiedliche Positionen: Figment lehnte den Vorschlag ab, Helius und Jupiter unterstützten ihn weitgehend, während Kraken letztlich mehr als 90 Prozent seiner Stimmkraft dafür einsetzte.
Die Abstimmung fiel in eine Phase, in der das Interesse an in den USA gehandelten Solana-ETFs zunimmt. Der Solana-ETF von Bitwise überschritt vor Kurzem die Marke von 1 Milliarde US-Dollar an verwaltetem Vermögen und deutet damit auf wachsendes institutionelles Interesse hin.
Welche Auflagen bringt der Memecoin-Gesetzentwurf in Kalifornien?
Der Senat von Kalifornien verabschiedete Assembly Bill 2409 am Mittwoch einstimmig mit 40 zu 0 Stimmen. Auch das Repräsentantenhaus des Bundesstaats stimmte den Änderungen des Senats mit 78 zu 0 zu; der Entwurf befindet sich nun in der Schlussphase und wartet auf die Unterschrift des Gouverneurs.
Dem Entwurf zufolge dürfen Anbieter digitaler Vermögenswerte Memecoins, die am oder nach dem 1. Januar 2027 ausgegeben werden und von Bundes-, Landes- oder Kommunalbeamten selbst oder gemeinsam mit ihnen angeboten werden, nicht an Einwohner Kaliforniens vertreiben. Der Text definiert Memecoins als digitale Vermögenswerte, deren Wert überwiegend aus öffentlicher Aufmerksamkeit, Spekulation oder Community-Engagement entsteht.
Das Thema rückt damit auch die Verluste von Anlegern bei politisch verbundenen Token wieder in den Fokus. Laut einem Bericht der Non-Profit-Verbraucherschutzorganisation Public Citizen belaufen sich die geschätzten Gesamtverluste der mit dem US-Präsidenten verbundenen TRUMP-Memecoin-Anleger auf 3,2 Milliarden US-Dollar; der Großteil davon ist bislang nicht realisiert. Der Token liegt mit einer Marktkapitalisierung von 688 Millionen US-Dollar auf Platz fünf der größten Memecoins, legte in den vergangenen sieben Tagen um 53 Prozent zu, steht aber weiterhin unter dem Einfluss des Rückgangs von 67 Prozent im vergangenen Jahr.
Kapitalstruktur der geplanten Bank von World Liberty sorgt für Diskussionen
Was bedeutet der Bankplan für USD1?
Nach Informationen des Wall Street Journal aus mit der Sache vertrauten Kreisen unterstützt die Gruppe von Scheich Tahnoon bin Zayed Al Nahyan aus der Herrscherfamilie von Abu Dhabi indirekt den größten Anteil hinter WLTC Holdings, der geplanten US-Trust-Bank von World Liberty Financial. Dem Bericht zufolge hält StringZ Holding RSC 49 Prozent an WLTC Holdings, während ein mit der Trump-Familie verbundenes Unternehmen auf 38 Prozent kommt.
Kommt die endgültige Genehmigung, würde die geplante Bank die Ausgabe, den Rückkauf und die Verwahrung des USD1 stablecoin von World Liberty unter einem bundesweit beaufsichtigten Rahmen bündeln. Das gilt als wichtiger Meilenstein für Aufsicht und operative Struktur im Stablecoin-Bereich.
Das Office of the Comptroller of the Currency (OCC) hatte der World Liberty Trust Company am 14. August eine vorläufige Erstgenehmigung erteilt. In der veröffentlichten Entscheidung wurde bestätigt, dass StringZ als Investor beteiligt ist und zugesagt hat, keinen Einfluss auf die Bank zu nehmen; Tahnoons Name oder sein Anteil wurden nicht genannt. Die Behörde stellte zudem klar, dass der Betrieb erst nach Erfüllung aller Bedingungen vor dem Start und nach der endgültigen Genehmigung aufgenommen werden darf.
Tahnoon hatte zuvor bereits den Erwerb von 49 Prozent an World Liberty Financial für 500 Millionen US-Dollar unterstützt. Nach diesem Deal forderten einige demokratische Senatoren eine Anhörung, um zu prüfen, ob die Vereinbarung Auswirkungen auf die US-Politik gegenüber den Vereinigten Arabischen Emiraten hat; die Trump Organization äußerte sich vor der Veröffentlichung des Berichts nicht.
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