Was hat die Abstimmung entschieden?
Solana-Validatoren haben den Vorschlag SGP-0002 angenommen, der die künftige SOL-Ausgabe im Netzwerk verringern soll. Dem endgültigen Ergebnis zufolge erhielt der Antrag 67 % Zustimmung; 25,16 % stimmten dagegen, 7,84 % enthielten sich. An der Abstimmung beteiligten sich zudem 60,7 % des qualifizierten Stakes.
SGP-0002 hebt die jährliche Desinflationsrate von 15 auf 30 Prozent an. Das langfristige Ziel des Netzwerks, eine Terminalinflation von 1,5 %, bleibt jedoch unverändert. In der Praxis bedeutet der Schritt, dass die neue SOL-Erzeugung schneller als nach dem bisherigen Plan gebremst wird.
Was ändert der neue Zeitplan?
Laut Daten von Solana Compass wird es mit dem neuen Plan rund 2,8 Jahre dauern, bis das Netzwerk die Terminalinflation von 1,5 Prozent erreicht. Im alten Zeitplan war dafür etwa 5,7 Jahre veranschlagt worden.
- In den kommenden sechs Jahren sollen rund 18,9 Millionen SOL weniger ausgegeben werden.
- Für bestehende SOL-Besitzer verringert das die Verwässerung, während die Staking-Belohnungen für Validatoren und Delegierer sinken könnten.
Uneinigkeit unter den großen Validatoren
Die Abstimmung zeigte auch, dass unter den größten Teilnehmern des Netzwerks kein vollständiger Konsens herrschte. In den endgültigen Governance-Daten stimmte Figment, einer der größten Wähler mit 17,1 Millionen SOL Staking, vollständig gegen den Vorschlag. Helius und Jupiter hingegen unterstützten ihn deutlich.
Kraken gehörte zu den Teilnehmern, die während des Abstimmungsprozesses ihre Position änderten. Die in den USA ansässige Krypto-Börse stimmte um 12.33 UTC zunächst gegen SGP-0002 und drückte die Unterstützung damit vorübergehend unter die erforderliche Schwelle. Am Ende der Abstimmung wurden jedoch mehr als 90 % der Stimmkraft von rund 8,9 Millionen SOL zugunsten des Antrags eingesetzt.
Der Prozess war Teil der ersten verbindlichen Governance-Abstimmung bei Solana. Im selben Rahmen wurde die vorgeschlagene Solana-Verfassung angenommen, während ein separater Antrag zu Quellen- und Inklusionsgebühren abgelehnt wurde.
Marktwirkung und Folgen für Anlageprodukte
Die finanzielle Wirkung der Entscheidung wird in zwei Richtungen gelesen. Ein geringeres künftiges Angebot könnte den Verwässerungsdruck auf SOL langfristig begrenzen; zugleich besteht das Risiko sinkender Staking-Einnahmen für Teilnehmer, die zur Netzwerksicherheit beitragen.
Die Governance-Entscheidung fiel in eine Phase anhaltenden Interesses an in den USA gehandelten Solana-Anlageprodukten. Der Bitwise-Solana-ETF überschritt vor kurzem die Marke von 1 Milliarde Dollar an verwalteten Vermögenswerten und wurde damit zum ersten Solana-ETF, der dieses Niveau erreichte. Laut Bloomberg-ETF-Analyst Eric Balchunas beliefen sich auch die gesamten Nettozuflüsse in Solana-ETFs in den USA auf rund 1,7 Milliarden Dollar; seit dem Start seien dauerhafte Abflüsse begrenzt geblieben.
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