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Wie werden Social-Media-Einnahmen eingeordnet?

Das Thema Influencer-Steuer rückt in der Türkei mit der wachsenden Creator-Ökonomie immer stärker in den Fokus. Bei der Besteuerung von Social-Media-Einnahmen hängt die zentrale Unterscheidung davon ab, aus welcher Quelle das Einkommen stammt und ob die besonderen Voraussetzungen der Ausnahme im Einkommensteuergesetz erfüllt sind.

Die Einnahmen von Content Creators bestehen nicht immer nur aus einer einzigen Position. Werbeerlöse von Plattformen, Kooperationen mit Marken, Spenden von Followern, Einnahmen aus Livestreams sowie der Verkauf physischer oder digitaler Produkte können unterschiedliche steuerliche Folgen haben. Daher gilt: Nicht jedes Zahlungsmodell wird nach demselben Schema behandelt.

  • Werbeerlöse von Video- und Streaming-Plattformen
  • Sponsorings und Werbekooperationen mit Marken
  • Spenden von Followern und Unterstützungszahlungen in Livestreams
  • Verkauf von Produkten, Kursen, Abonnements oder digitalen Dienstleistungen

Vor allem für natürliche Personen mit Einnahmen aus dem Creator-Bereich wurde mit Artikel 20/B des türkischen Einkommensteuergesetzes (GVK) eine Sonderregel eingeführt. Die Regelung trat am 1. Januar 2022 in Kraft; die Umsetzungsdetails wurden mit der Nr. 318 des Allgemeinen Einkommensteuer-Bulletins, veröffentlicht im Amtsblatt vom 12. Januar 2022, festgelegt.

Wie funktioniert die Ausnahme nach GVK Artikel 20/B?

Ziel dieses Systems ist es, für bestimmte Einnahmen aus der Erstellung sozialer Inhalte ein einfacheres Besteuerungsverfahren zu schaffen. Bei Personen, die von der Ausnahme profitieren, führt die Bank auf die über ein speziell für diese Tätigkeit geführtes Konto eingegangenen Einnahmen eine 15-prozentige Einkommensteuer-Quellensteuer ab; diese Einbehaltung gilt als abschließende Steuer.

Die Ausnahme greift jedoch nicht automatisch. Der Content Creator muss mehrere Voraussetzungen gleichzeitig erfüllen:

  • als natürliche Person tätig sein
  • beim Finanzamt eine Befreiungsbescheinigung beantragen
  • bei einer in der Türkei ansässigen Bank ein eigenes Konto für diese Tätigkeit eröffnen
  • sämtliche Einnahmen ausschließlich über dieses Konto einziehen
  • den Jahresumsatz nicht über die Grenze des vierten Einkommensteuertarifsegments nach Artikel 103 des Einkommensteuergesetzes hinaus steigern

Der Geltungsbereich dieser Regelung wurde mit einer am 26. September 2024 im Amtsblatt veröffentlichten Änderung des Bulletins erweitert. In der Praxis sind die korrekte Vereinnahmung der Einnahmen über den richtigen Kanal und die tatsächliche Einhaltung der Ausnahmebedingungen die entscheidenden Punkte.

Was passiert außerhalb der Ausnahme, und warum ist ein Werbe-Label wichtig?

Wenn die Voraussetzungen nicht erfüllt sind, können die allgemeinen Besteuerungsregeln greifen. Insbesondere wenn Einnahmen außerhalb des Bankkontos vereinnahmt werden, die Umsatzgrenze überschritten wird oder die Tätigkeit mit anderen gewerblichen Elementen zusammenfällt, werden die Art der Steuerpflicht und die Erklärungspflichten neu bewertet. In dieser Phase kann die Unterstützung durch einen Steuerberater das Risiko fehlerhafter Schritte verringern.

Bei der als Youtuber-Steuer bezeichneten Praxis ist ein weiterer wichtiger Punkt die Werbetransparenz. Nach dem 2021 vom Werberat angenommenen Leitfaden muss bei Beiträgen mit kommerziellem Werbeinhalt mindestens einer der Hinweise #reklam, #işbirliği oder #sponsorlu klar und deutlich sichtbar sein.

Worauf beim Einsatz des Kooperations-Labels zu achten ist

Das Label muss sichtbar sein, der Werbecharakter des Beitrags darf nicht verschleiert werden, und Follower dürfen nicht in die Irre geführt werden. Wenn die Kennzeichnung im Fließtext untergeht oder unverständlich dargestellt wird, kann das das Risiko von Prüfungen und Sanktionen erhöhen.

Kurz gesagt: Bei Social-Media-Einnahmen müssen Steuerregeln und Werbevorschriften gemeinsam betrachtet werden. Werden Art der Einnahmen, Einzugsweg und kommerzieller Charakter eines Beitrags nicht korrekt gesteuert, kann das sowohl finanzielle als auch verwaltungsrechtliche Folgen haben.

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