Beim Budget am 28. Oktober stehen Steuerentscheidungen und Schuldenkosten im Fokus
Das britische Budget wird am 28. Oktober von Finanzminister John Healey im Unterhaus vorgestellt. Während die Regierung angesichts steigender Kreditkosten und eines begrenzten fiskalischen Spielraums nach neuen Steuereinnahmen sucht, engen die vor der Wahl gegebenen Zusagen der Labour Party, die Einkommensteuer, die National Insurance und die Mehrwertsteuer nicht zu erhöhen, den Handlungsspielraum zusätzlich ein.
Mit dem Budget wird das Finanzministerium die Details und Kosten der Maßnahmen veröffentlichen. Auch das Office for Budget Responsibility (OBR), die britische Haushaltsaufsicht, legt neue Prognosen für die wirtschaftliche Entwicklung vor; dieser Bericht gilt als ein zentraler und an den Anleihemärkten wie auch beim Pfund genau beobachteter Leitindikator.
Was sagen die Fiskalregeln und der schrumpfende Haushaltsspielraum aus?
Die Regierung hat zwei zentrale Fiskalregeln zugesagt:
- Die laufenden öffentlichen Ausgaben sollen am Ende dieser Parlamentsperiode nicht über Kredite finanziert werden
- Die Staatsverschuldung soll gemessen am Bruttoinlandsprodukt am Ende derselben Periode sinken
Das OBR hatte im März berechnet, dass die erste Regel mit einem Puffer von 23,6 Milliarden Pfund eingehalten werden könnte. Analysten von KPMG gehen jedoch davon aus, dass dieser Spielraum wegen der im Jahresverlauf gestiegenen Kreditkosten auf bis zu 12 Milliarden Pfund geschrumpft sein könnte.
Eine der Optionen auf dem Tisch ist, dass Healey einen kleineren Puffer akzeptiert, um den Bedarf an Steuererhöhungen zu begrenzen. Zugleich könnte ein schwächerer Puffer die Wahrnehmung der Haushaltsdisziplin an den Märkten beeinflussen, weshalb nicht nur die Tonlage des Budgets, sondern auch sein Zahlenrahmen entscheidend ist.
Diese Steuerpunkte und Marktindikatoren stehen im Blickpunkt
Zu den am häufigsten diskutierten Themen gehört die Kapitalertragsteuer, die auf Gewinne aus Vermögensverkäufen erhoben wird. Im Raum stehen eine Erhöhung der Sätze oder Änderungen bei den Ausnahmen. Ein weiteres Thema sind Erwartungen, wonach die für April 2028 in England geplante zusätzliche Gemeindesteuer für hochwertige Immobilien, die für Häuser über 2 Millionen Pfund gelten soll, auf Immobilien über 1,5 Millionen Pfund ausgeweitet werden könnte.
Nach den starken Gewinnen der Banken haben Forderungen nach höheren Abgaben für den Sektor zugenommen, während die Banken warnen, dies könne Wachstumsziele und die Wettbewerbsfähigkeit des Landes schwächen. Außerdem gehört zu den Schlüsselfragen, ob die seit März 2022 eingefrorene Kraftstoffsteuer über das Jahresende hinaus verlängert wird – ein Punkt, der sowohl für die Inflation als auch für die Haushalte von großer Bedeutung ist.
Wohnungsbauhilfe und makroökonomischer Ausblick
Im Budget dürften auch die Details des Programms Your First Home für Erstkäufer in England vorgestellt werden. Der Plan sieht vor, den Erwerb eines neu gebauten Hauses mit einer Anzahlung von 2,5 % zu ermöglichen und zusätzlich eine Kreditunterstützung in Höhe von 20 % des Immobilienwerts bereitzustellen.
Die Wirtschaft wuchs im ersten Quartal um 0,6 %, im Zeitraum von April bis Juni um 0,4 %; auch die Juli-Daten übertrafen mit 0,4 % die Erwartungen. Analysten verweisen darauf, dass der Konflikt zwischen den USA, Israel und Iran die Öl- und Gasströme in der Straße von Hormus beeinträchtigen und damit Energie- und Kraftstoffpreise nach oben treiben könnte, was in den kommenden Monaten Haushalte und Unternehmen belasten dürfte.
Im August stieg die jährliche Inflation auf 3,1 %, während die Bank of England den Leitzins im September zum sechsten Mal in Folge bei 3,75 % beließ. Die Notenbank signalisierte, dass bei anhaltend hohen Energiepreisen weitere Zinserhöhungen möglich wären; deshalb stehen die Haushaltsentscheidungen nicht nur wegen der Steuerlast, sondern auch mit Blick auf Wachstum und Finanzierungsbedingungen im Zentrum der Marktbeobachtung.
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