Senatsbericht sieht Tether als wichtigen Faktor bei Iran-Transaktionen
Tether und sein an den Dollar gebundener Krypto-Token USDT werden in einem neuen Bericht demokratischer Mitglieder des US-Senats als eines der wichtigsten Instrumente dargestellt, auf die der Iran zur Umgehung internationaler Sanktionen zurückgreife. Der am Montag vom Unterausschuss für Ermittlungen des ständigen Ausschusses für Innere Sicherheit und Regierungsangelegenheiten des Senats veröffentlichte Text behauptet, USDT habe in Irans krypto-basiertem Schattenbankensystem eine zentrale Funktion übernommen.
In dem Bericht wird darauf verwiesen, dass die finanziellen Ströme mit Iran-Bezug erhebliche Größenordnungen erreicht hätten. Zugleich wird behauptet, dass die Prozesse zum Blockieren und Einfrieren von Wallets bei USDT unzureichend gewesen seien. Einige Wallets seien demnach erst Wochen später eingefroren worden, während Tether auf bestimmte Anfragen zwar reagiert habe, die betreffenden Adressen aber nicht auf die schwarze Liste gesetzt worden seien.
Welche Vorwürfe stehen im Bericht im Mittelpunkt?
Aus Sicht der Senatsdemokraten sei Tether insbesondere bei Transaktionen, die auf die Umgehung von Sanktionen abzielten, zu einem häufig genutzten Kanal geworden. In dem Bericht heißt es kurz zusammengefasst,
USDT sei laut dem Bericht zu einer wichtigen finanziellen Lebensader im Schattenbankennetzwerk des Iran geworden.
- Vor 2024 seien von Anti-Terror-Behörden markierte Wallets nicht umfassend und nicht einheitlich eingefroren worden.
- Das Unternehmen habe es versäumt, einige offenkundig rechtswidrige Wallets proaktiv zu blockieren.
Der Bericht argumentiert außerdem, dass dieser Mangel an Abschreckung den Missbrauch erleichtert habe. Dem Text zufolge hätten Organisationen wie Hamas im Zeitverlauf dazu übergegangen, zunehmend USDT statt einer Mischung aus Bitcoin und anderen Krypto-Assets zu nutzen.
Was ist für den Kryptomarkt daran besonders relevant?
Der Bericht zeigt vor allem, dass an den Dollar gekoppelte Stablecoins nicht nur als Zahlungs- und Transfermittel, sondern auch im Hinblick auf Sanktionskontrollen und Compliance unter genauer Beobachtung stehen. Im Mittelpunkt der Debatte stehen dabei die Geschwindigkeit, mit der Stablecoin-Emittenten Wallets einfrieren, ihre Praxis bei schwarzen Listen und die Frage, wie früh sie auf Sanktionsrisiken reagieren.
Der US-Senat-Bericht rückt damit die aufsichtsrechtliche Diskussion über die Rolle volumenstarker Stablecoins im Finanzsystem erneut in den Vordergrund. Eine Stellungnahme von Tether zu den Vorwürfen wurde in dem zugrunde liegenden Text nicht erwähnt.
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