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Welche Produkte führt Robinhood gleichzeitig ein?

Robinhood hat am Dienstag auf dem HOOD Summit in Houston, Texas, neue Handelswerkzeuge für aktive Anleger vorgestellt. Das Unternehmen will seine Nutzer mit mehr Märkten, längeren Handelszeiten und Produkten mit höherem Risikopotenzial im eigenen Ökosystem halten, statt sie zu anderen Plattformen abwandern zu lassen.

  • Wochenendhandel mit ausgewählten US-Aktien und ETFs
  • Längere Handelszeiten und mehr Intraday-Margin im Optionshandel
  • Neue Kontrakte auf Basis von Kennzahlen aus Unternehmensbilanzen
  • Perpetual Futures im Kryptohandel und KI-Agenten in der App

Robinhood will seinen 2023 gestarteten 24 Hour Market nun auf Samstag und Sonntag ausweiten. Abgewickelt werden sollen diese Geschäfte über das alternative Handelssystem Bruce ATS; damit würde das Unternehmen die bisher auf Wochentage beschränkten Handelszeiten am US-Aktienmarkt weiter ausdehnen.

Der Schritt spiegelt auch den Druck wider, den die rund um die Uhr geöffneten Kryptomärkte auf traditionelle Broker ausüben. In einer Phase, in der die New Yorker Börse und Nasdaq Anträge zur Verlängerung ihrer Handelszeiten gestellt haben, zeigt Robinhoods Vorstoß, wie stark der Wettbewerb um aktive Trader zunimmt.

Wie sollen die KI-Agenten funktionieren?

Die von dem Unternehmen angekündigten Agenten sollen funktionieren, indem Nutzer in der App ein separates Handelskonto mit einem Modell von OpenAI oder Anthropic verknüpfen. Diese Agenten sollen Marktanalysen durchführen, Watchlists erstellen und Aktien-, Options- sowie Krypto-Geschäfte abwickeln können.

Die von Robinhood als „Loops“ bezeichnete Funktion soll es ermöglichen, einem Agenten dauerhafte Anweisungen zu geben, damit er bei bestimmten Bedingungen eine Strategie ausführt. Nach Angaben des Unternehmens wurden in diesem Jahr bereits mehr als 150.000 Konten über die für externe KI-Agenten geöffnete Infrastruktur erstellt; die Werkzeuge lösen täglich Millionen von Anfragen aus.

Robinhood sagte zudem, dass aus Sicherheitsgründen standardmäßig jede vom Agenten vorgeschlagene Transaktion dem Nutzer zur Bestätigung vorgelegt wird. Diese Schutzfunktion kann der Nutzer deaktivieren; anfangs sollen die Agenten jedoch keine Margin-Finanzierung nutzen können und nur auf die Mittel im dafür vorgesehenen Konto zugreifen.

Das Unternehmen will außerdem externen Datenzugang von Quellen wie Unusual Whales, Nasdaq, Token Terminal und Quiver Quantitative kostenpflichtig anbieten. Damit könnten den Entscheidungsprozessen der KI-Tools zusätzliche Markt- und Unternehmensdaten hinzugefügt werden.

Wie sieht es bei Krypto-Perps mit Hebel und Risiko aus?

Robinhood plant, geeigneten US-Kunden zunächst Perpetual Futures auf Kryptowährungen über Robinhood Derivatives und Bitstamp anzubieten. Bei Bitcoin- und Ether-Kontrakten soll die Hebelobergrenze bei 10-fach liegen; bei anderen unterstützten Vermögenswerten soll der Start bei 3-fach erfolgen.

Perpetual-Kontrakte ermöglichen Long- oder Short-Positionen ohne Verfallstermin wie bei klassischen Futures. Der hohe Hebel erhöht jedoch das Risiko einer Liquidation schon bei relativ kleinen Kursbewegungen gegen die Position, weshalb Robinhood bei volatileren Token mit niedrigeren Limits beginnen und diese Grenzen im Zeitverlauf überprüfen will.

Neue Kontrakte zielen auch auf die Berichtssaison

Robinhood will über Cboe außerdem Ertragskontrakte anbieten, die an Umsatz, Gewinn je Aktie und bestimmte operative Kennzahlen von Unternehmen gekoppelt sind. Das Paket zeigt die Entwicklung hin zu einem Modell, in dem aktive Privatanleger in einem einzigen Konto schneller zwischen Aktien, Krypto, Optionen, Prognosemärkten und gehebelten Derivaten wechseln können.

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