Welches Risiko sieht Andvari?
Die Investmentfirma Andvari Associates erklärte, dass Nvidias Beteiligung an OpenAI auf wachsende zirkuläre Finanzierungsstrukturen im KI-Ökosystem hinweise, die ein Warnsignal für Branchenbewertungen und Kreditrisiken seien. Laut dem Anlegerbrief des Fonds zum zweiten Quartal 2026 führen einige Kapitalströme wieder zurück zum Kauf und zur Anmietung von Chips und können so eine Finanzierungskette schaffen, die die Nachfrage stärker erscheinen lässt, als sie tatsächlich ist.
Den Angaben in dem Schreiben zufolge wurde Ende 2025 berichtet, dass der Großteil von Nvidias Investition in OpenAI für die Anmietung von Nvidia-Chips verwendet werden solle. Andvari teilte zudem mit, dass einige Unternehmen wie Nvidia und Anthropic direkt in Zweckgesellschaften (SPV, Special Purpose Vehicle) investieren, die ihrerseits wiederum Geräte bei denselben Hardwareherstellern kaufen.
Ein weiterer Schwerpunkt des Fonds ist die kreditfinanzierte Nachfrage. Demnach kaufen einige KI-Unternehmen Chips und Server über private-Equity-gestützte SPVs im Umfang von Milliarden Dollar auf Kredit; einige Nvidia-Kunden nutzen zudem bereits vorhandene Nvidia-Chips als Kreditsicherheit, um weitere Chips zu erwerben. Andvari verglich diese Muster mit den Problemen von Telekom- und Technologieunternehmen während der Internetblase in den 1990er-Jahren.
Wie steht es um die Nvidia-Aktie und das Fondsinteresse?
Trotz der Warnungen bleibt die Aktie von NVIDIA stark. Nach den im Text genannten Daten schloss die Aktie des Unternehmens am 28. August 2026 bei 217,55 US-Dollar. Die Rendite der vergangenen Monate wurde mit 5,28 Prozent angegeben, der Anstieg über die letzten 52 Wochen mit 24,90 Prozent.
Was sagen die Zahlen?
- Die Marktkapitalisierung des Unternehmens wurde mit 5,25 Billionen US-Dollar angegeben.
- Zum Ende des zweiten Quartals 2026 hielten 285 Hedgefonds-Portfolios Nvidia-Aktien.
- Im Vorquartal lag diese Zahl bei 275.
In derselben Quelle wurde Nvidia zum Jahresstart 2026 auf Platz vier der bei Hedgefonds beliebtesten 40 Aktien geführt. Das zeigt, dass das Anlegerinteresse und die Nachfrage nach KI-Infrastruktur trotz der Fragen rund um die Finanzierungsstrukturen weiterhin hoch bleiben.
Welche Schwachstellen fallen im KI-Investitionszyklus auf?
Schon in seinem zuvor veröffentlichten Brief zum ersten Quartal 2025 hatte Andvari argumentiert, dass übermäßiger Optimismus im KI-Bereich zu einer Lücke zwischen Unternehmensbewertungen und künftigen Cashflows geführt habe. Der Fonds betonte, dass die KI-Investitionsphase innerhalb von 1 bis 3 Jahren an Schwung verlieren könne, während die heutige hohe Nachfrage nach Infrastruktur zahlreiche neue Wettbewerber anziehe.
Zu den Risikofaktoren zählten in dem Schreiben auch Überkapazitäten und aggressive Finanzierungsmodelle. Als Beispiel verwies Andvari auf die Herabstufung der Kreditwürdigkeit im Zuge von Oracles 90 bis 95 Milliarden US-Dollar schwerem KI-Cloud-Investitionsprogramm. Der Fonds erklärte daher, das eigene Engagement in dem Sektor begrenzt zu halten und bei stabileren Bereichen an einem disziplinierten Anlageansatz festzuhalten.
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