G7 setzt Reserven sofort ein
Mit einer neuen Entscheidung für die Dieselreserve bereiten sich die G7-Länder darauf vor, insgesamt 100 Millionen Barrel zur Entlastung des weltweiten Angebotsengpasses auf den Markt zu bringen. Laut der gemeinsamen Erklärung soll die Freigabe umgehend beginnen, über vier Monate laufen und in den ersten 20 Tagen in größerem Umfang erfolgen. Der Prozess wird von der Internationalen Energieagentur (IEA) koordiniert.
Hinter der Entscheidung stehen ein knapperes Angebot in Europa nach Angriffen der Ukraine auf russische Raffinerien sowie verschärfte Ausfälle im Nahen Osten infolge des Iran-Kriegs. In den USA lag der Dieselpreis nach einem Rekordstand im September am Freitag im Schnitt bei 6,37 Dollar pro Gallone. Die G7-Spitzen teilten zudem mit, dass bei anhaltendem Bedarf weitere Freigaben unter dem Dach der IEA in den kommenden Tagen geprüft würden.
Warum der Druck durch ein US-Exportverbot so wichtig wurde
Die Trump-Regierung drängt Europa, seine Dieselbestände einzusetzen, und stellt dies als Alternative zu einer möglichen Exportverbots-Option der USA dar. Präsident Donald Trump hatte in der vergangenen Woche gesagt, er erwäge einen solchen Schritt, rückte wegen der Auswirkungen auf die Benzinpreise später aber wieder davon ab. Der politische Druck auf das Weiße Haus habe sich vor den Zwischenwahlen im November angesichts steigender Kraftstoffpreise weiter erhöht, heißt es.
Europas Abhängigkeit von US-Lieferungen rückt in den Fokus
Die größte Sorge an den Märkten ist die Möglichkeit, dass die USA als einer der weltweit größten Diesel-Exporteure ihre Lieferungen einschränken könnten. Nach Angaben der IEA deckten die USA im August rund die Hälfte der Dieselimporte der Europäischen Union; das zeigt, wie anfällig die EU-Wirtschaft für mögliche Beschränkungen wäre. EU-Handelskommissar Maros Sefcovic sagte, er habe mit dem US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer über Angebot und Preise gesprochen; Exportbeschränkungen könnten die Aussichten Europas negativ beeinflussen.
Die G7-Staaten einigten sich zudem darauf, untereinander auf Beschränkungen bei Energie und Energieprodukten zu verzichten. In der Erklärung wurden auch andere Produzentenländer aufgefordert, Verbote zu vermeiden, die die Spannungen am Markt verschärfen könnten.
Frühere Zusagen und die Zahlen hinter der neuen Freigabe
Zur G7 gehören Frankreich, Kanada, Deutschland, Italien, Japan, das Vereinigte Königreich und die USA; Frankreich führt derzeit den Vorsitz, die Europäische Union nimmt ebenfalls an den Treffen teil. Der neue Schritt gilt als Ergänzung zu dem breiteren Rahmen von 400 Millionen Barrel, den die IEA-Mitglieder im März als Reaktion auf die durch den Iran-Krieg ausgelösten Störungen angekündigt hatten.
Im März angekündigte Aufteilung
- Europa sagte rund 107 Millionen Barrel zu; davon entfielen 68 % auf Ölprodukte.
- Asien und Ozeanien stellten 108 Millionen Barrel bereit; davon waren 40 % als Kraftstoff und 60 % als Rohöl geplant.
- Die USA übernahmen die gesamten 172 Millionen Barrel als Rohöl; aus anderen Teilen des amerikanischen Kontinents kamen weitere 23 Millionen Barrel hinzu.
US-Energieminister Chris Wright erklärte am Dienstag, die USA und Japan hätten ihre Verpflichtungen erfüllt, während einige europäische Länder nur einen begrenzten Teil des zugesagten Rohöls und der Ölprodukte freigegeben hätten. Unmittelbar danach kündigte das US-Energieministerium an, im Rahmen der Zusagen vom März würden bis zu 40 Millionen Barrel Rohöl freigegeben.
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