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Warum die Koordination mit der EU jetzt Thema ist

Die Option strategischer Brennstoffreserven liegt in Großbritannien wegen neuer Risiken am Dieselmarkt auf dem Tisch. London prüft, ob es gemeinsam mit Ländern der Europäischen Union auf eine mögliche US-Exportbeschränkung reagieren könnte, falls diese das weltweite Angebot verknappt.

Energieminister Martin McCluskey besprach die möglichen Folgen eines Exportverbots für Diesel am Donnerstag mit europäischen Gesprächspartnern. Eine mit der Sache vertraute Quelle sagte, in Europa seien nach der koordinierten Freigabe von Lagerbeständen zu Jahresbeginn noch Reserven vorhanden, eine gemeinsame Vorbereitung wäre jedoch ein vorsichtiger Ansatz.

Die britische Regierung betont derzeit, dass es keine unmittelbaren Sorgen über eine Dieselknappheit gebe, verweist aber darauf, dass der Preisdruck zunehmen könnte. Ein Sprecher der Europäischen Kommission sagte ebenfalls, es habe zahlreiche Kontakte und Treffen zur Dieselperspektive gegeben, darunter auch hochrangige Gespräche mit der US-Regierung.

Warum könnte eine US-Entscheidung die Weltmarktpreise bewegen?

Die USA gehören mit täglichen Dieselexporten von 1,2 bis 1,5 Millionen Barrel zu den wichtigsten Lieferanten am Weltmarkt. Präsident Donald Trump sagte am Wochenende, man denke ernsthaft über ein Exportverbot nach; Ziel sei es, die Pumpenpreise im Inland zu senken.

Fachleute erwarten jedoch, dass ein solcher Schritt das Angebot außerhalb der USA verknappen und die internationalen Preise deutlich nach oben treiben könnte. David Fyfe, Chefökonom bei Argus Media, sagte, ein Ausfall amerikanischer Lieferungen dürfte zu einem Sprung der weltweiten Dieselpreise führen.

Auf den Preisdruck wirken nicht nur Risiken aus den USA. Nach dem im Februar begonnenen Krieg zwischen den USA, Israel und Iran stiegen die Energiepreise rasch an. Zudem verteuerte die mögliche Schließung der Straße von Hormus, über die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Gastransports läuft, auch ölbasierte Produkte. Auch Russlands Verbot von Dieselexporten gilt als Faktor, der die Verknappung am Markt verschärft.

Worauf blickt der britische Markt?

RAC, der britische Automobilclub, meldet, dass der durchschnittliche Dieselpreis an den Zapfsäulen in Großbritannien in dieser Woche mit 199,79 Pence einen historischen Höchststand erreicht hat. Das liegt deutlich über dem früheren Niveau von 142,38 Pence.

Ein zentraler Grund für die Verwundbarkeit des Landes ist die Abhängigkeit von Importen. Die vier Raffinerien in Großbritannien können zwar genügend Benzin für den Inlandbedarf produzieren, doch die Dieselproduktion reicht nicht aus. Hinzu kommt, dass Diesel im Transport und in der Landwirtschaft weit verbreitet ist, was eine schnelle Dämpfung der Nachfrage erschwert.

Wie sieht die Nachfrageseite aus?

  • Laut Daten des Verkehrsministeriums waren Ende Juni 15,1 Millionen Diesel-Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs; ein Jahr zuvor waren es 15,7 Millionen.
  • Die Zahl der Diesel-Pkw lag im selben Zeitraum bei 9,8 Millionen; zwölf Monate zuvor waren es 10,4 Millionen.

Die Zahlen zeigen: Trotz eines allmählichen Rückgangs im Fahrzeugbestand bleibt Diesel für die britische Wirtschaft ein zentraler Kraftstoff, und mögliche Angebotsstörungen aus dem Ausland können sich rasch in den Preisen niederschlagen.

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