Was brachte die Aussage für die Klage?
Im Rahmen des in den USA laufenden 9/11-Verfahrens berichtete die frühere Apartment-Managerin Holly Ratchford, dass der in San Diego kennengelernte Omar al-Bayoumi den beiden späteren Angreifern aktiv beim Einzug geholfen habe. Ratchford legte dem Gericht in New York eine geschlossene Aussage vor und erklärte, Bayoumi habe sie am 3. Februar 2000 zwei neuen Mietern vorgestellt.
Nach Ratchfords Angaben handelte es sich dabei um Nawaf al-Hazmi und Khalid al-Mihdhar, die später das Flugzeug von American Airlines, Flug 77, entführten und ins Pentagon flogen. Ratchford, die damals die Parkwood Apartments verwaltete, sagte, die beiden hätten kein Englisch gesprochen; den Mietprozess habe Bayoumi abgewickelt.
Welche Hilfe gab es bei der Anmietung?
Ratchford erklärte, die beiden Bewerber hätten die Anforderungen an Einkommen und Bankkonto nicht erfüllt, seien aber dennoch binnen weniger Tage in die Wohnung eingezogen. Den Gerichtsunterlagen zufolge trat Bayoumi dabei nicht nur als Vermittler auf, sondern übernahm auch rechtliche Verantwortung.
- Bayoumi unterschrieb den Mietvertrag als Bürge.
- Er ließ sich als Notfallkontakt der beiden eintragen.
- Seine eigene Parkwood-Adresse wurde als aktuelle Anschrift der Bewerber angegeben.
- Laut Bankunterlagen half er ihnen am nächsten Tag beim Eröffnen eines Kontos, indem er sie zur nächstgelegenen Bank brachte.
Welche Vorwürfe stehen in Gerichts- und FBI-Unterlagen?
In der gegen Saudi-Arabien gerichteten Klage über 1 Billion Dollar werfen Opferfamilien und Überlebende Bayoumi vor, den 9/11-Plan unterstützt zu haben. Ein Bundesrichter in New York entschied im vergangenen Jahr, die Beweise ließen einen nachvollziehbaren Schluss zu, dass Bayoumi und ein in den USA stationierter saudischer Diplomat bei der Unterstützung der Entführer mit der saudischen Regierung abgestimmt gehandelt hätten.
Mit dieser Entscheidung wurde das Verfahren vorangebracht. Das Königreich Saudi-Arabien und Bayoumi weisen die Vorwürfe jedoch zurück; die Regierung in Riad hat gegen den Beschluss Berufung eingelegt.
Was stand in den früheren FBI-Ermittlungen?
Richard Lambert, der nach den Anschlägen vom 11. September die FBI-Ermittlungen in San Diego leitete, sagte der BBC, es habe in der muslimischen Gemeinde der Stadt Verdachtsmomente gegeben, Bayoumi habe Verbindungen zum saudischen Geheimdienst. Laut den im Bericht zitierten Unterlagen stellte das FBI später fest, dass Bayoumi jährlich rund 90.000 Dollar verdiente.
Nach Angaben der BBC enthält Ratchfords Aussage Punkte, die im Widerspruch zu Bayoumis Darstellung der Ereignisse gegenüber Polizei, FBI und Gericht stehen. Ebenfalls weiter umstritten bleibt in denselben Akten, ob die von Bayoumi im Sommer 1999 in Washington aufgenommenen Aufnahmen eine mögliche Aufklärungsaktivität oder doch nur touristische Bilder waren.
Die Anschläge vom 11. September und der heutige Umfang des Verfahrens
Am 11. September 2001 entführten 19 mit Al-Kaida verbundene Täter vier Passagierflugzeuge. Zwei Maschinen wurden in die Zwillingstürme des World Trade Centers in New York gelenkt, eine ins Pentagon; das vierte Flugzeug stürzte nach dem Widerstand der Passagiere in Pennsylvania ab.
Bei den Anschlägen kamen rund 3.000 Menschen ums Leben. 25 Jahre später verlangen noch immer Tausende Familien und Überlebende im laufenden Verfahren mehr Aufklärung über die Hintergründe der Attacken.
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