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Lebenshaltungskosten und Fachkräftemangel treiben Hausbesitzer zum Selbermachen

Die rasante Verbreitung von DIY-Inhalten in den sozialen Medien in den vergangenen Jahren verändert in Großbritannien auch das Verhalten von Verbraucherinnen und Verbrauchern bei Wartung und Renovierung von Häusern. Beispiele, die BBC Business zitiert, zeigen, dass vor allem Frauen kleinere und mittlere Arbeiten immer häufiger selbst übernehmen – ausgelöst durch den Budgetdruck und die mangelnde Verfügbarkeit von Handwerkern.

Die 33-jährige ehemalige Marketingmitarbeiterin Jasmine Gurney aus Bedfordshire hat im vergangenen Jahr zahlreiche Projekte auf ihrem Social-Media-Kanal gezeigt – vom Entfernen einer Trennwand über das Erneuern des Bodens bis hin zum Bau eines Zauns und der Dämmung des Dachbodens. Gurney sagt, ihr Account sei besonders während der Covid-19-Pandemie schnell gewachsen, weil in einer Zeit, in der Haushalte nur schwer professionelle Hilfe fanden, der Bedarf an Eigenleistung stark zugenommen habe.

Zahlen zeigen, dass die Nachfrage bei jungen Frauen schneller wächst

Laut einer von B&Q veröffentlichten Studie aus dem Jahr 2024 gaben rund drei Viertel der befragten Frauen der Generation Z an, dass ihnen DIY-Arbeiten gefallen. Unter allen weiblichen Teilnehmerinnen lag der Anteil bei 60 Prozent.

  • 82 Prozent der Frauen aus der Generation Z sagten, dass sie motiviert seien, wenn sie in sozialen Medien Frauen bei komplexeren Renovierungsarbeiten sehen.
  • Unter allen weiblichen Befragten lag derselbe Wert bei 60 Prozent.

Die Daten zeigen, dass Social-Media-Inhalte nicht nur Aufmerksamkeit erzeugen, sondern auch beeinflussen, wie Ausgaben für Hausverbesserungen geplant werden. In einem Umfeld steigender Kosten für professionelle Handwerksleistungen entscheiden sich Verbraucherinnen und Verbraucher zunehmend dafür, ihre eigenen Fähigkeiten auszubauen, statt Arbeiten auszulagern.

Mehr Nachfrage nach Handwerkerinnen, doch das Kräfteverhältnis verändert sich nur langsam

Auf Plattformen steigen Nachfrage und Registrierungen

Die 28-jährige Bliss Cunneen aus Süd-London, die ihr Anthropologiestudium an der Universität abbrach und eine Ausbildung zur Installateurin begann, sieht den Berufswechsel positiv – vor allem wegen der Flexibilität, die die Selbstständigkeit bietet. Anna Moynihan, Gründerin der Plattform TaskHer, die Handwerkerinnen mit Kundinnen und Kunden zusammenbringt, sagte, die Zahl der Bewerbungen auf der Website sei in diesem Jahr im Vergleich zu 2025 um mehr als das Doppelte gestiegen; die Zahl der registrierten weiblichen Fachkräfte habe sich fast vervierfacht.

Der Frauenanteil im Baugewerbe bleibt gering

Dennoch machen Frauen laut Daten der Federation of Master Builders nur etwa 4 Prozent der britischen Arbeitskräfte im Baugewerbe aus. Auf der Ausbildungsseite gibt es jedoch zumindest leichte Fortschritte: Im Zeitraum 2024/25 war jede zehnte Person, die eine Bauausbildung begann, eine Frau; fünf Jahre zuvor war es etwa jede 14. Person.

Fachleute zufolge wird dieser Trend durch das Zusammenspiel von drei wirtschaftlichen Faktoren verstärkt: den Druck durch die Lebenshaltungskosten, den chronischen Fachkräftemangel und die Hinwendung zu Berufen, die im Vergleich zu Bürojobs als widerstandsfähiger gegenüber den Folgen von Künstlicher Intelligenz gelten. Dadurch wächst nicht nur der Anteil weiblicher Kundinnen im Markt für Hausverbesserungen, sondern es entsteht auch ein neuer Arbeitskräftepool für Handwerks- und Renovierungsdienste.

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