Deutlicher Anstieg bei langfristigen US-Anleihen
Die Renditen von US-Staatsanleihen sind am Dienstag am langen Ende erneut gestiegen und erreichten die höchsten Stände seit Jahren. Die Rendite der 30-jährigen Anleihe kletterte im Tagesverlauf über die Marke von 5,6 Prozent und lag zuletzt bei 5,585 Prozent; das entspricht dem höchsten Bereich seit Juni 2002.
Die als Referenz geltende Rendite der 10-jährigen US-Anleihe stieg um rund 1 Basispunkt auf 5,253 Prozent. Die stärker auf Erwartungen zur kurzfristigen Geldpolitik reagierende Rendite der 2-jährigen Anleihe fiel um mehr als 3 Basispunkte auf 4,891 Prozent.
- Rendite 30-jährige Anleihe: 5,585 %
- Rendite 10-jährige Anleihe: 5,253 %
- Rendite 2-jährige Anleihe: 4,891 %
Ein Basispunkt bedeutet an den Märkten ein Hundertstel eines Prozentpunkts, also 0,01 %. Am Anleihemarkt bewegen sich Renditen und Kurse in entgegengesetzte Richtungen.
Welche Risiken treiben den Anstieg?
Bei den höheren langfristigen Zinsen stehen vor allem die Sorgen der Anleger über Inflation, die US-Haushaltsdefizite und das Volumen der von der US-Finanzbehörde Treasury an den Markt gebrachten Anleihen im Vordergrund. Laut dem Ausgangstext führt dies dazu, dass Investoren eine höhere Laufzeitprämie verlangen.
Auch geopolitische Entwicklungen wirken sich demnach besonders auf die 30-jährige Anleihe aus. Während die Nachrichtenlage anhält, wonach die USA und der Iran über Vermittler getrennte Gespräche führen, um den anhaltenden Konflikt im Nahen Osten zu beenden, bleibt auch der Druck des seit sieben Monaten andauernden Krieges auf die Energiepreise im Fokus der Märkte.
Fed-Erwartungen und Markteinpreisung
Die Erwartung, dass der Druck bei den Energiepreisen die Inflation hoch halten könnte, verstärkt an den Märkten die Szenarien für weitere Straffungen durch die Federal Reserve (Fed). Laut den Daten von CME FedWatch preist der Markt eine Wahrscheinlichkeit von mehr als 72 Prozent ein, dass die Fed bei ihrer Oktobersitzung die Zinsen erneut anhebt.
Diese Erwartung folgt auf die Entscheidung des Federal Open Market Committee zu Monatsbeginn, den Leitzins um 25 Basispunkte zu erhöhen. Der Beschluss fiel mit 12 zu 0 Stimmen und wurde als Zeichen gewertet, dass die Linie im Kampf gegen die Inflation beibehalten wird.
Was steigende Renditen für die Märkte bedeuten
Der Anstieg der langfristigen Renditen wird in den USA genau beobachtet, weil er sich auf Hypothekenzinsen, die Finanzierung von Fahrzeugen und die Kosten für Kreditkartenschulden auswirkt. Vor allem die Rendite der 10-jährigen Anleihe gilt in diesen Bereichen als einer der wichtigsten Referenzwerte.
Dass die Renditen auf Mehrjahreshochs steigen, deutet darauf hin, dass die Finanzierungsbedingungen vorerst angespannt bleiben könnten, und sendet zugleich ein Signal, das auch Aktien- und Kreditmärkte belasten kann. Im kurzfristigen Fokus der Märkte stehen die Inflationsaussichten und die Daten zum nächsten Schritt der Fed.
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