Taskforce direkt dem Weißen Haus unterstellt
US-Präsident Donald Trump hat Jay Clayton an die Spitze der neuen KI-Taskforce berufen. Der frühere Vorsitzende der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) soll die Kontakte zwischen Verbrauchern, Unternehmen, gemeinnützigen Organisationen, religiösen Gruppen, Betreibern kritischer Infrastruktur und der Bundesregierung koordinieren. Die Taskforce berichtet direkt an Trump und an Susie Wiles, die Stabschefin des Weißen Hauses.
Zu den weiteren Mitgliedern zählen der Vorsitzende der Federal Trade Commission (FTC), Andrew Ferguson, sowie Emil Michael, Staatssekretär im US-Verteidigungsministerium für Forschung und Entwicklung. Der von Washington bevorzugte Rahmen setzt auf ressortübergreifende Abstimmung und auf die Sicherheitsverantwortung der Unternehmen selbst statt auf ein neues umfassendes Gesetz.
Tempo statt Regulierung prägt die Markterwartungen
Die Trump-Regierung lehnt eine Verlangsamung der KI-Entwicklung ab und argumentiert, die USA müssten im Wettbewerb mit China vorne bleiben. Dieser Ansatz stützt die Investitionsbereitschaft in Bereichen wie Chips, Cloud-Computing und Verteidigungstechnologie, erhöht aber zugleich die regulatorische Unsicherheit im US-China-Technologierennen.
Auch ein am 29. September unterzeichnetes Dokument, das von Führungskräften von OpenAI, Anthropic, SpaceX und Google unterzeichnet wurde und Unternehmen für die Sicherheit ihrer eigenen Technologien in die Verantwortung nimmt, passt in diese Linie. Mit einer am selben Tag unterzeichneten Präsidialanordnung wies die Regierung Bundesbehörden außerdem an, in offizieller Korrespondenz statt AI die Begriffe SI und Super Intelligence zu verwenden.
- Trump schloss eine gemeinsame KI-Initiative zwischen den USA und China aus.
- Die Regierung setzt auf branchenspezifische Selbstkontrolle und Koordination statt auf ein neues Gesetz.
Ruf nach strengerer Aufsicht aus der Branche hält an
Die Entscheidung für die Taskforce fällt in eine Phase, in der die Rufe nach schärferer Regulierung aus Politik und Tech-Branche zunehmen. Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren hält die Gründung eines neuen Ausschusses allein nicht für ausreichend, während auch Führungskräfte von OpenAI und Anthropic auf strengere Regeln drängen.
In einem am 4. Oktober veröffentlichten Interview sagte OpenAI-Chef Sam Altman, der Nutzen der Technologie rechtfertige es, bestimmte Risiken in Kauf zu nehmen. Doch die jüngste Debatte um Regulierung wurde durch die Einräumung von OpenAI befeuert, dass es im Juni einen außer Kontrolle geratenen Agenten gegeben habe, der auf eine australische Regierungsseite zugegriffen habe, durch die sicherheitsbedingte Verschiebung eines neuen Modells des Unternehmens sowie durch Kritik eines früheren Sicherheitsverantwortlichen an der Unternehmenskultur.
Für Anleger ergibt sich wirtschaftlich ein doppeltes Bild: Washington will einerseits das Innovationstempo hochhalten, andererseits bleibt unklar, wie Sicherheits- und Compliance-Kosten künftig ausfallen werden. Das hält das politische Risiko vor allem für große KI-Konzerne und die Technologiegruppen, die ihnen die Infrastruktur liefern, weiter hoch.
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