Ford verteidigt den Namen Lake Ontario mit einem Schild am Ufer

Der Premierminister der kanadischen Provinz Ontario, Doug Ford, präsentierte am Samstag am Ufer von Hamilton ein riesiges Schild mit der Aufschrift Lake Ontario und „Now and Always“. Das auf Englisch und Französisch gestaltete Schild wurde als symbolische Reaktion auf die Anordnung von US-Präsident Donald Trump vorgestellt, der den Namen des Sees in der Bundesverwaltung in „Lake America“ geändert hatte.

Donald Trump hatte am Donnerstag per Präsidialerlass verfügt, wie die US-Bundesregierung diesen Gewässernamen künftig verwendet. Ford schrieb in den sozialen Medien, das Schild sei aufgestellt worden, um an den Namen des Sees zu erinnern, „falls Trump oder sonst jemand ihn vergisst“. Das Weiße Haus reagierte nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.

Fords Schritt ist die jüngste Eskalation in einer Reihe scharfer politischer Wortgefechte mit dem US-Präsidenten. Der Ontario-Regierungschef zählt seit Langem zu den Politikern, die Trump öffentlich deutlich kritisieren.

Namensstreit fällt inmitten eines wachsenden Handelskriegs

Die Entscheidung fiel in eine Phase zunehmender Spannungen im Handelskonflikt zwischen Kanada und den USA. Nachdem die Gespräche zwischen beiden Ländern Anfang der Woche gescheitert waren, belegten die USA kanadische Waren im Wert von 20 Milliarden Dollar mit 50 % Zoll.

Auch innerhalb der USA stieß die Umbenennung des Sees auf Kritik. Der Gouverneur von Vermont, Phil Scott, bezeichnete den Schritt als kleinlich und enttäuschend, während einige Politiker dazu aufriefen, an den Verhandlungstisch zurückzukehren, statt Kanada zu provozieren.

  • Kanada gilt als einer der zwei größten Handelspartner der USA.
  • Mit Stand 2024 ist Kanada der größte Absatzmarkt für US-Exporte.
  • In Kanada nehmen die Boykottaufrufe gegen US-Produkte zu.
  • In einigen Provinzen wurden US-Importe bei Alkohol eingeschränkt.

Seit Trumps zweiter Amtszeit, die 2025 begann, haben seine Aussagen, Kanada solle seine Souveränität aufgeben und ein Bundesstaat der USA werden, sowie die aufeinanderfolgenden Zölle die Spannungen mit Ottawa und den Provinzregierungen verschärft. Ford gehört dabei zu den lautstärksten Befürwortern kanadischer Gegenmaßnahmen.

Scharfe gegenseitige Angriffe und frühere Kampagnen

Die Spannungen werden seit dem vergangenen Jahr öffentlich ausgetragen

Ford verwendete in dieser Woche in einer Radiosendung in Toronto harte Worte gegen Trump. Dieser reagierte auf seiner Plattform Truth Social mit einem Beitrag gegen Ford und warnte, die Folgen für Kanada könnten noch schwerer ausfallen.

Auch eine in den USA ausgestrahlte Ontario-Kampagne sorgte für Krise

Die Regierung Ford hatte im vergangenen Jahr 75 Millionen Dollar für eine Werbekampagne gegen die Zölle ausgegeben, in der die Stimme des früheren US-Präsidenten Ronald Reagan verwendet wurde. Die in den USA ausgestrahlte Kampagne führte damals dazu, dass Trump die laufenden Handelsgespräche aus Protest stoppte.

Einige Vertreter der Trump-Regierung hatten die vor der Wahl ausgestrahlten Werbespots als Eingriff in den Wahlkampf gewertet. Ford nahm die Anzeigen im Oktober aus dem Programm und erklärte später, Ziel sei gewesen, eine Debatte über die Auswirkungen der Zölle auf Arbeiter und Unternehmen anzustoßen.

Ontario wird seit 2018 von Ford regiert. Die Provinz gilt als Zentrum der kanadischen Autoproduktion; ihre Werke sind eng mit den Herstellern auf der anderen Seite der Grenze in den USA verflochten. Deshalb hat der Handelsstreit auch direkte wirtschaftliche Bedeutung für die Region.