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Wo liegt die Bewertung am ersten Handelstag?

Der Shein-Börsengang wurde nach langem Ringen um einen Börsenplatz in Hongkong abgeschlossen, verlief am ersten Tag jedoch volatil. Die Aktien des Unternehmens fielen zwischenzeitlich um bis zu 10 %, reduzierten dann aber ihre Verluste und schlossen mit einem Minus von 0,12 % bei 48,50 Hongkong-Dollar. Auf Basis dieses Schlusskurses lag die Marktkapitalisierung bei rund 26,15 Milliarden Dollar.

Shein hatte seine Aktien am Montag zu 48,56 Hongkong-Dollar je Stück platziert und damit 13,6 Milliarden Hongkong-Dollar beziehungsweise rund 1,7 Milliarden Dollar eingenommen. Zum Zeitpunkt der Preisfestsetzung war das Unternehmen mit etwa 26,3 Milliarden Dollar bewertet worden. Zur Einordnung: Noch vor wenigen Jahren war Shein zeitweise mit fast 100 Milliarden Dollar im Gespräch.

Die Emission war die bisher größte Neuemission des Jahres in Hongkong. Der Deal gilt als Test für die Investorenlust im Bereich Fast Fashion ebenso wie für die Risikowahrnehmung rund um das Geschäftsmodell von Shein.

Was zeigen Größe und Wachstum des Unternehmens?

Shein wurde in China gegründet und hat seinen Sitz seit 2021 in Singapur. Das Unternehmen wuchs mit günstigen und sehr schnell verfügbaren Produkten aus einem breiten Netz chinesischer Fabriken vor allem unter jungen Konsumenten. Nach Angaben des Managements erreicht dieses Modell inzwischen rund 160 Märkte.

In einer Mitteilung vor dem Börsengang hieß es, dass das Unternehmen im 12-Monats-Zeitraum bis Ende März 2026 mehr als 273 Millionen aktive Kunden hatte. Im selben Zeitraum überstieg die Zahl der Bestellungen insgesamt 1 Milliarde.

  • Aktive Kunden: mehr als 273 Millionen
  • Gesamtzahl der Bestellungen: mehr als 1 Milliarde
  • Aktive Märkte: rund 160

Welche Risiken preisen Anleger ein?

Frühere Börsenpläne in den USA und in Großbritannien waren wegen Fragen zu Lieferketten, Umweltfolgen und ethischen Bedenken gescheitert. Shein betont zwar, eine Null-Toleranz-Politik gegen Zwangsarbeit zu verfolgen, doch die regulatorische Prüfung in den USA und Europa zeigt, dass der Druck auf das Unternehmen anhält.

Kostendruck und Wettbewerb rücken in den Vordergrund

Marktbeobachter verweisen darauf, dass steigende Kosten, strengere Regulierung und intensiver Wettbewerb die Niedrigpreisstrategie von Shein belasten könnten. Nach dem Ende der US-Steuerbefreiung für Kleinsendungen meldete das Unternehmen im Juli einen Quartalsverlust von 99 Millionen Dollar, nachdem sich das Umsatzwachstum verlangsamt hatte. Die US-de minimis-Regel für Pakete unter 800 Dollar hatte für das schnelle Wachstum von Plattformen wie Shein und Temu eine zentrale Rolle gespielt.

Auch die von der Europäischen Union eingeführte 3-Euro-Abgabe auf niedrigwertige Importe erhöht den Kostendruck. Zudem teilte das Unternehmen mit, dass die Nachfrage in einigen Märkten wegen des Iran-Kriegs nachgelassen habe, während Kosten gestiegen seien und sich Lieferungen verzögert hätten. Analysten zufolge gilt Shein inzwischen nicht mehr als klarer Einzelplayer mit Alleinstellungsmerkmal, weshalb der Markt das Unternehmen vorsichtiger bewertet.

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