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US-Kryptoregulierung: Entscheidungsriege wird kleiner

Die beiden für die Kryptoregulierung in den USA entscheidenden Bundesbehörden werden bis zum Ende dieser Woche zusammen nur noch von drei Kommissaren geführt. Bei der US-Börsenaufsicht SEC verlässt Hester Peirce am Freitag die Behörde, womit die Zahl der verbliebenen Mitglieder auf zwei sinkt.

Peirce war acht Jahre lang bei der SEC tätig. Ihr Abschied erfolgt rund zwei Monate vor Ablauf der 18-monatigen Verlängerung, die für ihre zweite Amtszeit genehmigt worden war. Mit ihrem Weggang arbeitet die SEC trotz der eigentlich auf fünf Mitglieder ausgelegten Struktur nur noch mit eingeschränkter Besetzung. Peirce war in der Branche wegen ihrer auf digitale Vermögenswerte ausgerichteten Haltung auch als „Crypto Mom“ bekannt.

Bei der SEC bleiben zwei, bei der CFTC nur ein Kommissar

Nach Peirces Abgang bleiben bei der SEC nur noch Vorsitzender Paul Atkins und Mark Uyeda im Amt. Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC), die bei der Überwachung des Kryptomarkts und in Durchsetzungsverfahren eine wichtige Rolle spielt, wird seit dem Ausscheiden von Caroline Pham im Dezember 2025 faktisch von Vorsitzendem Michael Selig als einzigem Kommissar geführt.

  • Der fünfköpfige SEC-Vorstand arbeitet faktisch mit nur zwei Mitgliedern.
  • Die CFTC ist seit Dezember 2025 mit nur einem Kommissar aktiv.
  • Zusammengenommen sinkt die Zahl der entscheidenden Amtsträger auf 3.

Blick richtet sich auf das Weiße Haus

Nach Bundesrecht liegt das Recht, freie Sitze bei SEC und CFTC zu besetzen, allein bei US-Präsident Donald Trump. Das Weiße Haus hat bislang jedoch keine offizielle Nominierung für diese Behörden bekannt gegeben. Ein Sprecher des Weißen Hauses erklärte allerdings, die Besetzungen sollten „in naher Zukunft“ erfolgen.

Laut einem CNBC-Bericht vom 4. September prüften Beamte des Weißen Hauses vier Kandidaten für die offenen Kommissarsposten bei der CFTC. Namen wurden nicht genannt. Die CFTC teilte ihrerseits mit, man werde neue Kommissare nach ihrer Bestätigung durch den Senat begrüßen und verfüge über ausreichende Kapazitäten, um den eigenen Zuständigkeitsbereich am Kryptomarkt zu beaufsichtigen.

Ohne neue Gesetze rücken Auslegung und Regeln in den Vordergrund

Trotz der Lücken in der Führung treiben beide Behörden die Regulierung von Krypto-Vermögenswerten derzeit eher über Regelverfahren und die Auslegung bestehender Bundesgesetze voran als über neue Gesetze des Kongresses. Der Anfang des Monats in der Branche aufmerksam verfolgte Digital Asset Clarity (CLARITY) Act fand im republikanisch kontrollierten Senat keine Mehrheit.

Warum war der CLARITY Act wichtig?

Der Gesetzentwurf hätte der CFTC in Teilen der digitalen Vermögensregulierung mehr Zuständigkeiten übertragen, die bislang teilweise bei der SEC liegen. Da der Entwurf nicht Gesetz wurde, verfolgen die Behörden weiter unterschiedliche Auslegungslinien. Die SEC veröffentlicht Personalhinweise zu Wertpapier-Investitionsverträgen, während die CFTC erläutert, wie Unternehmen blockchainbasierte Buchführungs- und Aufzeichnungssysteme nutzen können.

Für Token-Emittenten und Krypto-Unternehmen bleibt damit offen, welche Aktivitäten künftig unter die Aufsicht welcher Behörde fallen. Für den Markt wird deshalb vor allem entscheidend sein, in welchem Maß die regulatorische Klarheit bis zur Besetzung neuer Kommissarsposten durch interne Auslegungen geprägt wird.

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