Kalshi verhängt dauerhafte Sperre gegen Ex-Kongressabgeordneten
George Santos darf bei dem in den USA ansässigen Prognosemarkt-Betreiber Kalshi nach Angaben des Unternehmens nie wieder auf der Plattform handeln. Kalshi erklärte, der frühere Abgeordnete habe im Februar auf die Frage gesetzt, ob US-Präsident Donald Trump seine Rede zur Lage der Nation halten werde, und dabei womöglich auf nicht öffentlich zugängliche Informationen zurückgegriffen.
Laut der Disziplinarmitteilung von Kalshi stellte das Compliance-Team bei den Kontobewegungen Anzeichen für die Nutzung von Insiderinformationen fest. Das Unternehmen teilte mit, es habe unabhängig und ohne auf Maßnahmen anderer Stellen zu warten Sanktionen verhängt; der Fall sei zudem bereits Anfang des Sommers an die Bundesbehörden weitergeleitet worden. Santos bedankte sich auf seinem X-Konto für die Sperre und schrieb, man werde sehen, wie lange die Plattform noch existiere.
Im Fokus der Ermittlungen standen Wetten auf seine eigene Teilnahme
Wetten im Februar und Geldstrafen
Nach Angaben von Kalshi platzierte Santos zwischen dem 2. und 25. Februar mehrere hochvolumige Wetten auf einen Markt, der direkt mit seiner eigenen Teilnahme verknüpft war. Das Unternehmen erklärte, einige seiner öffentlichen Äußerungen in diesem Zeitraum seien falsch oder irreführend gewesen, hätten die Kontraktpreise beeinflusst und Santos einen Gewinn von 17.839,57 US-Dollar eingebracht.
Kalshi teilte außerdem mit, Santos sei mit einer unternehmensinternen Geldstrafe von 71.356 US-Dollar belegt worden. Im Juli habe Santos zudem zugestimmt, eine bundesweite Untersuchung der Commodity Futures Trading Commission (CFTC, US-Kommission für den Handel mit Rohstoff-Futures) zu denselben Geschäften gegen Zahlung von 35.000 US-Dollar beizulegen.
- Nach Darstellung von Kalshi bezogen sich die Geschäfte auf ein Ereignis, das Santos direkt beeinflussen konnte.
- Das Unternehmen sagte, das Konto sei von internen Kontrollsystemen wegen verdächtiger Aktivitäten markiert worden.
Santos’ Vorgeschichte und strengere Kontrolle von Prognosemärkten
Frühere Verfahren und Ausschluss aus dem Kongress
Santos war wegen erfundener Angaben in seinem Lebenslauf und Strafverfahren zu einer umstrittenen Figur in der US-Politik geworden. Nach Vorwürfen von Identitätsdiebstahl und elektronischem Betrug wurde Santos aus dem Kongress ausgeschlossen; in Teilen der Vorwürfe bekannte er sich schuldig. Nach rund drei Monaten Haft wurde er 2025 von Trump freigelassen. Santos war der sechste Mensch in der Geschichte der USA, der aus dem Kongress ausgeschlossen wurde.
Mehr Aufsicht für Prognosemärkte
Die Entwicklung fällt in eine Phase, in der Prognosemärkte, auf denen auf Ergebnisse von Wahlen bis hin zu Wirtschaftsdaten gehandelt werden kann, stärker überwacht werden. Kalshi und der Rivale Polymarket berichten von einem Anstieg ungewöhnlicher Handelsmuster. Mit der Reifung der Branche werden vor allem bei politischen und wirtschaftlichen Ereignissen höhere Compliance-Standards erwartet.
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