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Börse reagiert nach dem Quartalsbericht deutlich

Salesforce hat im vergangenen Quartal die Erwartungen bei Umsatz und Profitabilität übertroffen und nach der Bilanzvorlage einen Kursanstieg der Aktie von mehr als 20 % ausgelöst. Während Softwareaktien in den vergangenen zwölf Monaten rund 2 Billionen US-Dollar an Wert verloren haben, rückten die Zahlen des Unternehmens die Diskussion erneut in den Vordergrund, dass sich der eigentliche Vorsprung in der Künstlichen Intelligenz nicht nur über bessere Modelle, sondern auch über den Zugang zu verlässlichen Unternehmensdaten entscheidet.

Die veröffentlichten Zahlen widersprachen den Erwartungen, wonach die Preissetzungsmacht nachlassen und die Margen unter Druck geraten könnten. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 11 % auf 11,35 Milliarden US-Dollar; der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 5,90 US-Dollar und damit deutlich über der Markterwartung von rund 3,27 US-Dollar. Zudem hob das Management die Umsatzprognose für das Gesamtjahr auf bis zu 46,4 Milliarden US-Dollar an.

Welche Finanzkennzahlen stechen hervor?

  • Die operative Marge ohne GAAP wurde mit 34,1 % ausgewiesen.
  • Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen stiegen im Jahresvergleich um 14 %.
  • Der bereinigte Gewinn näherte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einer Verdopplung.
  • Das Unternehmen kündigte einen Aktienrückkauf über 25 Milliarden US-Dollar an, das bislang größte Rückkaufprogramm in seiner Geschichte.

Wie stark wuchsen KI- und Datengeschäfte?

Einer der auffälligsten Punkte in der Bilanz von Salesforce war die Dynamik in den Bereichen Daten und Künstliche Intelligenz. Die Data 360-Plattform verarbeitete in diesem Quartal 104 Billionen Kundendatensätze; das entspricht einem Plus von 355 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im selben Zeitraum erreichte die Zahl der von KI-Agenten erzeugten Geschäftseinheiten 3,2 Milliarden und hat sich damit gegenüber dem Vorquartal nahezu verdoppelt.

Der kombinierte jährlich wiederkehrende Umsatz aus KI- und Datengeschäft stieg auf 3,9 Milliarden US-Dollar und damit innerhalb eines Jahres um mehr als das Dreifache. Der jährlich wiederkehrende Umsatz mit Agentforce kletterte in den 18 Monaten nach dem Start von 100 Millionen US-Dollar auf mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar; die jährliche Wachstumsrate wurde mit 240 % angegeben.

Was sagt der Kundenstamm?

Nach Angaben des Unternehmens nutzen 9 der 10 größten KI-Unternehmen Salesforce und Slack in ihren Abläufen. Die Ausgaben dieser Gruppe legten im Jahresvergleich um 435 % zu. Salesforce stellte zudem die gemeinsam mit Anthropic entwickelte Claudeforce-Partnerschaft vor und betonte damit, dass auch führende Modellanbieter auf Unternehmensdaten und eine CRM-Infrastruktur angewiesen sind.

Neue Bewertungslogik für Softwareaktien

In den Kommentaren nach dem Quartalsbericht überwog die Einschätzung, dass der Wettbewerb zwischen KI-Modellen die Kosten für reine Intelligenz senkt, während zugleich die von Unternehmen gehaltenen verlässlichen und proprietären Daten an Wert gewinnen. Dieser Ansatz liefert einen neuen Rahmen für Softwarekonzerne, die bislang oft nur als Anbieter automatisierbarer Aufgabenbereiche betrachtet wurden.

Analysten zufolge könnten in diesem Umfeld jene Unternehmen im Vorteil sein, die die Daten und die Infrastruktur für Kundenbeziehungen bereitstellen, die KI-Agenten für ihre Arbeit benötigen. Für Softwareanbieter, die lediglich Funktionen liefern, aber eine schwache Kundenbindung und hohe Verschuldung aufweisen, dürfte die Übergangsphase dagegen schwieriger werden.

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