Welche Schritte sieht die Akte von Borton & Sons vor?
Borton & Sons hat per WARN-Meldung angekündigt, im November 928 H-2A-Landarbeiter in seinen Aktivitäten im Bundesstaat Washington zu entlassen. Nach der Planung sollen die Abgänge zwischen dem 8. und 15. November an mehreren Produktions- und Verpackungsstandorten umgesetzt werden.
Die betroffenen Beschäftigten wurden als allgemeine Landarbeiter beschrieben, die im Rahmen des bundesweiten H-2A-Programms angestellt sind. Das Programm ermöglicht landwirtschaftlichen Betrieben in den USA, vorübergehend oder saisonal Arbeitskräfte aus dem Ausland einzustellen, wenn vor Ort nicht genug Personal verfügbar ist.
Umfang der Entlassungen und offene Fragen
Laut Unternehmensmitteilung umfasst der Prozess folgende Standorte:
- Yakima, Zillah, Pasco und Burbank
- Prescott, Soap Lake, Othello und Mesa
Borton räumte ein, dass saisonale Entlassungen nach der Ernte in der Landwirtschaft üblich sind. Auffällig an dieser Meldung ist jedoch, dass alle 928 Abgänge als dauerhaft eingestuft wurden; ein konkreter Rückruftermin oder ein klarer Personalbedarf für 2027 wurde nicht genannt.
Das Unternehmen teilte außerdem mit, dass noch unklar sei, ob weitere einheimische Arbeitskräfte betroffen sein werden, da Wetter, Erntezustand und Fluktuation der Beschäftigten im restlichen Verlauf der Ernte eine Rolle spielen. Das deutet darauf hin, dass sich die Personalplanung bis zum Ende der Saison noch verändern kann.
Was zeigen die Daten zur landwirtschaftlichen Arbeit in Washington im größeren Bild?
Nach Angaben des Department of Employment Security des Bundesstaates wurden im Zeitraum November 2024 bis November 2025 in Washington 20 WARN-Meldungen mit Bezug zur Landwirtschaft abgegeben, die überwiegend saisonale Arbeitskräfte und insgesamt 14.831 Beschäftigte betrafen. Diese Fälle umfassten nicht nur Farmen, sondern auch Organisationen, die landwirtschaftliche Arbeitgeber unterstützen.
Andere Meldungen ähnlicher Größenordnung
- Stemilt Ag Services: 1.561 saisonale H-2A-Feldarbeiter
- AgriMACS: 1.368 Beschäftigte
- Gebbers Farms: 3.465 Beschäftigte
- FirstFruits: 1.200 Beschäftigte
Die Daten zeigen, dass die Akte von Borton zwar groß ist, aber kein Einzelfall in der Landwirtschaft Washingtons. Staatsvertreter weisen darauf hin, dass saisonale Entlassungen in der Vergangenheit wegen bundesrechtlicher Vorgaben nicht immer in WARN-Einträgen auftauchten; durch Änderungen bei der Meldung werden diese Schwankungen nun sichtbarer.
Welche Folgen könnte das für Lohnpolitik und den Obstmarkt haben?
Das US-Arbeitsministerium hat 2025 die Berechnungsmethode für H-2A-Löhne geändert. Statt eines breiten Durchschnitts auf Landes- oder Regionalebene gilt nun ein System auf Grundlage von Daten des Bureau of Labor Statistics, das zwischen Einstiegs- und erfahrenen Beschäftigten unterscheidet; auch der Wert der vom Arbeitgeber gestellten Unterkunft kann in die Lohnberechnung einfließen und damit den Barlohn beeinflussen.
Washington hat zudem einen hohen Anteil an der H-2A-Belegschaft. Nach Daten des Arbeitsministeriums stellte der Bundesstaat in den ersten drei Quartalen des Haushaltsjahres 2025 rund 9 % aller landesweit genehmigten H-2A-Stellen.
Diese Arbeitskräfte stützen einen der größten Obstmärkte der USA. Nach USDA-Daten produzierte Washington 2025 rund 7,16 Milliarden Pfund Äpfel für den Einsatz; der Wert ab Hof lag bei 1,89 Milliarden Dollar. Die für den Frischmarkt bestimmten rund 5,66 Milliarden Pfund wurden mit 1,75 Milliarden Dollar erfasst.
Die Daten zeigen, dass hinter der Kontinuität in den Supermarktregalen ein stark schwankender Beschäftigungsrhythmus steht. Wenn sich das Erntefenster schließt, geraten sowohl die Arbeitskosten der Erzeuger als auch die Einkommenssicherheit der Beschäftigten gleichzeitig unter Druck.
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