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Der Markt wächst, doch die Rendite bleibt ungewiss

Für alle, die eine Uhrensammlung aufbauen möchten, fällt die Warnung von Experten eindeutig aus: Ein Großteil der Luxusmodelle gewinnt im Laufe der Zeit nicht an Wert, sondern verliert auf dem Zweitmarkt sogar an Boden. Laut Statista liegt der weltweite Uhrenmarkt bei mehr als 135 Milliarden Dollar; das jährliche Wachstum soll bei über 5,6 Prozent liegen.

Dennoch raten Fachleute dazu, den Uhrenkauf zunächst als Hobby zu sehen. Charles Tian, Gründer der Preisplattform WatchCharts für den Gebrauchtmarkt, sagt: Mit An- und Verkauf seien zwar Gewinne möglich, langfristig dürften Uhren traditionelle Anlagen wie den S&P 500-Index aber nicht regelmäßig übertreffen.

Es gibt allerdings Ausnahmen, die am Markt auffallen. Eine Rolex Submariner startet neu bei rund 10.000 Dollar; ihr Gebrauchtwert hat sich von 2010 bis zum Höchststand während der Pandemie im Jahr 2022 etwa verdreifacht. Laut Daten von WatchPatrol mussten jedoch auch hochwertige Modelle wie die Breitling Superocean 42 und die Panerai Luminor GMT im vergangenen Jahr deutliche Wertverluste hinnehmen.

Welche Marken halten ihren Wert besser?

Nach dem Jahresbericht von Morgan Stanley und LuxeConsult ist der Schweizer Uhrensektor zwar von Hunderten Marken geprägt, doch der Verkauf konzentriert sich auf wenige große Namen. An der Spitze stehen Rolex, Cartier, Patek Philippe, Audemars Piguet, Omega und Richard Mille. Laut Experten gehören Markenruf, Seltenheit, Produktionsort und eine dokumentierte Eigentumshistorie zu den wichtigsten Faktoren für den Wiederverkaufspreis.

  • Rolex fällt mit Einstiegspreisen ab etwa 6.200 Dollar für neue Modelle auf.
  • Bei Audemars Piguet liegt der Startpreis bei rund 11.300 Dollar.
  • Bei Patek Philippe beginnen neue Uhren bei etwa 18.000 Dollar.

Am häufigsten verweisen Experten darauf, dass diese drei Marken ihren Wert besonders gut halten. Trotzdem ist es oft schwierig, ein gefragtes Modell beim autorisierten Händler zum Listenpreis zu bekommen; Wartelisten und begrenzte Zuteilungen engen vermeintlich lukrative Chancen deutlich ein.

Interessante Optionen für den Einstieg

Auch für Käufer mit kleinerem Budget gibt es Möglichkeiten, in die Sammlung einzusteigen. Als gefragte Segmente gelten Vintage-Taucheruhren von Seiko, sportliche Modelle von Omega und moderne Tudor-Serien. Die nicht mehr produzierte Seiko SKX007 wird auf dem Zweitmarkt zu rund 257 Dollar gehandelt; Modelle wie die Hamilton Khaki Field oder die Tissot PRX bieten demnach einen Einstiegspreis von etwa 400 Dollar.

Auf dem Gebrauchtmarkt gibt es Rabatte – und Risiken

Nach Einschätzung von Experten liegt der vernünftigste Preis für die meisten Uhren auf dem Gebrauchtmarkt. Tian zufolge lässt sich eine gut erhaltene gebrauchte Uhr bei vielen Marken dort 40 bis 50 Prozent günstiger kaufen. Dieser Rabatt geht jedoch mit fehlender Garantie, unklarer Servicehistorie und möglichen unerwarteten Reparaturkosten einher.

Wie lassen sich Kosten und Fälschungsrisiken steuern?

Mechanische Uhren verschleißen bei regelmäßigem Gebrauch, weshalb Wartungskosten ebenfalls Teil der Gesamtrechnung sind. Experten zufolge braucht eine mechanische Uhr in der Regel alle 7 bis 10 Jahre einen Service; bei einfachen Arbeiten kann das 200 bis 300 Dollar kosten, während komplizierte oder höherwertige Modelle Reparaturen im vierstelligen Bereich auslösen können.

Darauf weisen Experten besonders hin

  • Originales Zifferblatt, Seriennummer, Armband, Box und Papiere beeinflussen den Gebrauchtwert erheblich.
  • Die Sammlung sollte trocken, sicher und fern von Magneten, hoher Luftfeuchtigkeit und starken Temperaturschwankungen gelagert werden.
  • Beim Kauf und Verkauf sollten autorisierte Händler und seriöse Plattformen bevorzugt werden; bei der Zahlung ist ein Rückbuchungsrecht wichtig.
  • Neben Fälschungen gelten auch sogenannte „Franken“-Modelle, bei denen Teile verschiedener Uhren zusammengesetzt werden, als erhebliches Risiko.

Die gemeinsame Einschätzung der Experten lautet: Wer Uhren kauft, sollte nicht auf schnellen Gewinn setzen, sondern Kosten und Liquiditätsrisiken kennen und einkalkulieren. Trotz der Größe des Marktes bleibt ein Ertrag für die meisten Käufer auf wenige ausgewählte Marken und den richtigen Zustand beschränkt.

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