Neuer Streit nach dem Angriff auf Bitget
Der Konflikt zwischen THORChain und Bitget hat sich nach dem schweren Sicherheitsvorfall vom 24. September verschärft. Nach dem Angriff, bei dem Bitget rund 388 Millionen Dollar verloren haben soll, wurde berichtet, dass ein Teil von 6 Millionen Dollar in Bitcoin verschoben wurde. THORChain weigerte sich jedoch, die Adressen der Angreifer gezielt zu blockieren.
Bitget erklärte, der Angreifer habe die Sicherheitskontrollen umgangen, die die Börsen-Wallets schützen, und so Zugriff auf das System erhalten. Das Unternehmen teilte mit, die Lücke sei identifiziert und geschlossen worden, gab jedoch öffentlich keine Details dazu preis, wie der Angreifer den Zugriff erlangte.
Die Börse veröffentlichte außerdem Adressen mit Bezug zum Angreifer und bot eine 5-Prozent-Prämie für geeignete Hinweise an, die zur Sperrung oder Rückholung der gestohlenen Gelder beitragen. Während die Vermögenswerte über verschiedene Dienste bewegt wurden, forderte Bitget-CEO Gracy Chen THORChain am Wochenende unmissverständlich auf, diese Adressen nicht zu bedienen.
Warum stoppte THORChain die Transaktionen nicht?
THORChain verteidigte am Montag die Grundpolitik des Netzwerks und betonte das Prinzip, dass jeder das Protokoll nutzen können soll. Das Projektteam erklärte, der Mechanismus zum Notstopp des Netzwerks sei nicht dafür gedacht, Gelder bestimmter Adressen selektiv einzufrieren, sondern die Sicherheit des Protokolls zu schützen.
Was decken die Notfall-Tools ab?
Nach Angaben des THORChain-Teams verfügen die Betreiber über bestimmte Kontrollen, mit denen Transaktionen unterbrochen werden können. Diese Werkzeuge seien jedoch keine adressenbasierte Sperre, sondern Maßnahmen, die auf Netzwerkebene wirken.
- Einstellungen, mit denen Swap-Transaktionen auf allen verbundenen Blockchains gestoppt werden können
- Aktivitätsbeschränkungen für eine bestimmte Chain, etwa Ethereum
Der in der Projektdokumentation beschriebene Einsatz dieser Optionen kann nicht nur verdächtige Bewegungen unterbrechen, sondern auch andere Nutzertransaktionen auf den betroffenen Routen beeinträchtigen. Deshalb unterscheidet THORChain zwischen einem Notfallstopp aus Sicherheitsgründen und der Forderung, bestimmte Gelder gezielt einzufrieren.
Wichtige Risikothemen für den Kryptomarkt
Die Entwicklung rückt die Debatte über Sicherheitslücken bei zentralisierten Börsen und die Eingriffsgrenzen dezentraler Netzwerke erneut in den Mittelpunkt. Dass Vermögenswerte im Wert von 6 Millionen Dollar in Bitcoin verschoben wurden und sich der Gesamtschaden auf Hunderte Millionen Dollar beläuft, zeigt erneut, wie schwierig es sein kann, gestohlene Gelder über verschiedene Chains hinweg zu verfolgen und zurückzuholen.
Bei Bitget richtet sich der Blick nun darauf, wie viel der Gelder noch gerettet werden kann und ob die technischen Details des Vorfalls offengelegt werden. THORChain hält unterdessen an seiner Linie fest, dass die vorhandenen Werkzeuge nicht für das Blockieren einzelner Wallets gedacht sind, sondern nur dann eingesetzt werden können, wenn ein systemweites Sicherheitsrisiko besteht.
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