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Gouverneursentscheid ändert den Hinrichtungsplan nicht

Das Gnadengesuch für Christa Pike ist von Tennessee-Gouverneur Bill Lee zurückgewiesen worden. Die Hinrichtung per Giftspritze ist weiterhin für Mittwoch, den 30. September, vorgesehen. Das Verteidigungsteam hat derweil beim US Supreme Court (Oberstes Gericht der USA) einen Antrag gestellt, um die Vollstreckung in letzter Minute noch zu stoppen.

Bill Lee sagte: „Ich plane nicht einzugreifen.“

Sollte die Hinrichtung vollzogen werden, wäre Pike die erste Frau, die in Tennessee seit mehr als 200 Jahren hingerichtet wird. In den USA wurden seit den 1970er-Jahren 18 Frauen exekutiert, im selben Zeitraum waren es 1.663 Männer.

Mit welchen Argumenten argumentiert die Verteidigung?

Pikes Anwälte Stephen Ferrell, Kelly Gleason und Randy Spivey erklären, der Bundesstaat werde in diesem Fall einen außergewöhnlichen Schritt gehen. Nach ihrer Auffassung könnte Pike, die zum Tatzeitpunkt 18 Jahre alt war, in Tennessees moderner Todesstrafen-Ära erstmals für eine Straftat in so jungem Alter hingerichtet werden.

  • Die Anwälte verweisen darauf, dass es zum Hinrichtungsprotokoll des Bundesstaats unbeantwortete Fragen gebe.
  • Die Verteidigung macht außerdem geltend, dass Pikes Geschichte von Missbrauch, Vernachlässigung und psychischer Erkrankung von der Jury nicht vollständig berücksichtigt worden sei.

In den dem Dossier beigefügten Unterlagen heißt es, Pike sei in der Kindheit sexuell missbraucht worden und habe Vernachlässigung sowie Verlassenwerden erlebt. Die Verteidigung argumentiert, dass bei derselben Tat heute unter erneuter Bewertung von Alter und psychischem Zustand des Angeklagten womöglich kein Todesurteil, sondern eine andere Strafe verhängt worden wäre. Zudem betonen die Anwälte, Pike sei inzwischen 50 Jahre alt, bereue ihre Tat und unterstütze im Gefängnis andere weibliche Insassen.

Der Mord von 1995 und der Hintergrund des Falls

Der Fall hatte 1995 im namensgebenden Knoxville im Bundesstaat Tennessee für großes Aufsehen gesorgt. Colleen Slemmer wurde von Pike und ihrem damaligen Freund getötet, nachdem sie beide in einem Ausbildungsprogramm für problembehaftete Jugendliche kennengelernt hatte. Im Ermittlungsverfahren hieß es, Pike habe Slemmer vorgeworfen, sie beleidigt und ihr den Freund ausspannen zu wollen.

Zwei Insassinnen des Camps sagten vor Gericht aus, Pike habe vor und nach der Tat damit geprahlt und sogar ein Stück des Schädels des Opfers gezeigt. Ein Jahr später wurde Pike wegen Mordes ersten Grades schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt. Tadaryl Shipp erhielt damals eine lebenslange Haftstrafe mit der Möglichkeit auf Bewährung, weil er 17 Jahre alt war.

Laut Angaben des Tennessee Department of Correction war Pike mit 21 Jahren bei ihrer Einlieferung in den Todestrakt die jüngste Insassin dort. Die Mutter des Opfers sagt, sie wünsche sich die Vollstreckung, damit ihre Tochter endlich Ruhe finden könne. Eine mögliche Entscheidung des Supreme Court dürfte darüber bestimmen, ob der Termin am 30. September bestehen bleibt.

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