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China-Tempo und Druck aus den Auslandsmärkten prägen die Miniso-Zahlen

Miniso hat mit den Zwischenzahlen vom 28. August ein gemischtes Bild geliefert. Während das China-Geschäft des Unternehmens im ersten Halbjahr 2026 kräftig wuchs, belasteten die Kosten der internationalen Expansion die Profitabilität. Das bereinigte operative Ergebnis sank gegenüber dem Vorjahr um 6 % auf 1,49 Mrd. RMB, der bereinigte Nettogewinn ohne Währungseffekte ging um 1,7 % auf 1,22 Mrd. RMB zurück.

Der Umsatz in China stieg im ersten Halbjahr um 26,2 %. Da das landesweite Einzelhandelswachstum im selben Zeitraum lediglich 1,3 % betrug, profitierte Miniso nicht nur vom Marktumfeld, sondern auch von weiteren Marktanteilsgewinnen.

Das Mitgliederprogramm in China erreichte 130 Millionen Nutzer und wuchs damit im Jahresvergleich um 31 %. Die Ausgaben der Mitglieder machten 77 % des China-Umsatzes des Unternehmens aus, nach 60 % im Vorjahreszeitraum. Das spricht für eine deutlich planbarere Nachfragebasis.

Markenlizenzen und TOP TOY sorgten für zusätzliche Impulse

Auch die Wachstumsstrategie auf Basis eigener geistiger Eigentumsrechte stützte die Erlöse. Die Marke YOYO, die vor etwas mehr als einem Jahr auf den Markt kam, ist inzwischen in 53 Länder expandiert und erwirtschaftete im ersten Halbjahr rund 500 Mio. RMB. Auch die Kooperation mit Disney zu Toy Story 5 trug zu dieser Entwicklung bei.

Das Unternehmen teilte mit, dass es sein konzernweites Ziel von 1 Mrd. RMB bei den Verkäufen eigener IP-Produkte bereits Ende Juli erreicht habe. Die Bindungsrate der 2025 über IP-Produkte gewonnenen Mitglieder lag im ersten Halbjahr 2026 um 80 % höher als bei anderen Mitgliedern; auch deren Kaufhäufigkeit verdoppelte sich. Die separate Sammlermarke TOP TOY steigerte ihren Umsatz im selben Zeitraum um 32,7 %.

Im Ausland belasten Margen und Lagerbestände

Die schwächere Profitabilität war vor allem mit dem Wechsel vom Distributionsmodell zu direkt betriebenen Filialen verbunden. Das Verhältnis der Vertriebs- und Verwaltungskosten zum Umsatz stieg von 23,1 % im Vorjahr auf 25,8 %. Das Unternehmen führte den Anstieg insbesondere auf höhere Miet- und Abschreibungskosten zurück.

Der Beitrag der internationalen Märkte zum Gesamtgewinn sank von 35 % bis 40 % im Jahr 2023 auf 10 % bis 15 % im ersten Halbjahr 2026. Auch die Distributoreneinnahmen in Asien und Lateinamerika gingen um 10 % zurück und blieben damit hinter der früheren Prognose des Unternehmens zurück.

Nordamerika wächst, doch die Lagerumschlagszeit verlängert sich

Im größten direkt betriebenen Auslandsmarkt Nordamerika stieg der Umsatz um 37 % auf 1,8 Mrd. RMB. Im zweiten Quartal verlangsamte sich jedoch das Wachstum der vergleichbaren Flächen auf einen niedrigen einstelligen bis mittleren einstelligen Bereich. Miniso machte dafür vor allem Engpässe bei Bestsellern und Lücken bei neuen IP-Einführungen verantwortlich.

Die Lagerumschlagszeit im Ausland verlängerte sich von 240 Tagen im Vorjahr auf 273 Tage. Das Management rechnet daher für das Gesamtjahr bei dem bereinigten operativen Ergebnis mit einem Rückgang im hohen einstelligen Prozentbereich, während überschüssige Bestände abgebaut werden.

Was die Marktindikatoren für die Miniso-Aktie bedeuten

Im jüngsten Quartal stieg die Zahl der Hedgefonds, die Miniso-Aktien halten, von 12 auf 14. Die Leerverkaufsquote blieb mit nur 2,45 % der frei handelbaren Aktien niedrig, was auf keine breit angelegte negative Wette gegen den Titel hindeutet. Die Aktie wurde zum 28. August mit dem 7,55-Fachen des erwarteten Gewinns gehandelt.

  • Starkes Mitgliederwachstum in China und IP-Verkäufe bleiben die wichtigsten Treiber auf der Umsatzseite.
  • Sinkende Gewinnbeiträge im Ausland, höhere Kosten und längere Lagerlaufzeiten zählen dagegen zu den zentralen Risiken für Anleger.
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