Neue Anhörung im Fall Lindsay Clancy
Der Fall Lindsay Clancy ist nach dem Ende des ersten Prozesses ohne Jury-Entscheidung erneut vor Gericht verhandelt worden. Bei der Anhörung im US-Bundesstaat Massachusetts beantragte die Verteidigung die Einstellung des Verfahrens, während die Staatsanwaltschaft erklärte, es gebe ausreichende Beweise für die Mordvorwürfe.
Die 36-jährige Lindsay Clancy bestreitet nicht, im Jahr 2023 ihre drei Kinder getötet zu haben. Die Verteidigung macht jedoch geltend, sie habe damals unter einer schweren postpartalen Psychose gelitten und sei daher nicht strafrechtlich verantwortlich. Die Staatsanwaltschaft hingegen hält die Taten für bewusst und vorsätzlich begangen.
Welche Argumente brachten die Parteien vor Gericht vor?
Verteidigung beantragt Abweisung
Clancys Anwalt Kevin Reddington argumentierte, seine Mandantin müsse nach Rule 25 des Rechts von Massachusetts freigesprochen werden. Die Regel ermöglicht eine Entscheidung zugunsten des Angeklagten, wenn die Staatsanwaltschaft ihren Fall nicht ausreichend darlegen konnte.
Reddington brachte zudem eine neue Verteidigungslinie vor und erklärte, es gebe keine ausreichenden Beweise dafür, dass Clancy ihre Kinder getötet habe. Damit stellte er den Fall auf eine andere Grundlage als im ersten Prozess, in dem die Verteidigung vor allem auf den psychischen Zustand der Angeklagten abgestellt hatte.
Staatsanwaltschaft erneuert Vorsatzvorwurf
Staatsanwältin Shanan Buckingham sagte, der Staat habe der Jury zahlreiche Beweise vorgelegt, die darauf hindeuteten, dass Clancy zum Tatzeitpunkt bei klarem Verstand gewesen sei. Nach Darstellung der Anklage wusste Clancy, was sie tat, als sie in ihrem Haus in Massachusetts ihre Kinder Cora, Dawson und Callan tötete.
Laut Gerichtsunterlagen waren die Kinder fünf Jahre, drei Jahre und acht Monate alt. Die Staatsanwaltschaft sprach sich deshalb gegen den Antrag auf Abweisung der Anklage aus.
Kommt es zu einer Neuverhandlung?
Entscheidung für den 2. November angesetzt
Richter William Sullivan teilte mit, dass der Antrag der Verteidigung auf Einstellung des Verfahrens und weitere Fragen bei der Anhörung am 2. November behandelt werden. Ob es zu einem neuen Prozess gegen Clancy kommt, ist derzeit noch offen.
Der Richter bat die Parteien zudem, auf die Möglichkeit eines neuen Verhandlungstermins vorbereitet zu sein. Reddington sagte, sollte der Fall erneut verhandelt werden, könne er frühestens im Juni an einer Anhörung teilnehmen.
Warum endete der erste Prozess ergebnislos?
Die Jury in Massachusetts hatte Anfang September nach rund einer Woche Beratung dem Gericht mitgeteilt, dass sie sich nicht auf ein gemeinsames Urteil einigen könne. Weil ein einzelnes Mitglied der Jury anderer Meinung blieb, wurde am 4. September ein Mistrial, also ein ergebnislos beendetes Verfahren, festgestellt.
- Die Staatsanwaltschaft hat noch nicht entschieden, ob sie den Mordprozess erneut anstrengen wird.
- Bezirksstaatsanwalt Timothy Cruz erklärte vor der Entscheidung, die Prüfung laufe weiter.
Kommentare (0)
Noch keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten.
Kommentar schreiben
Yorum yazmak için giriş yapın. Üyelik ücretsiz; yorumunuz editör onayından sonra yayımlanır.