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Gemeinsame Fahrzeugsoftware könnte früher kommen

Laut einem Reuters-Bericht vom 29. August schrieb die Nikkei, dass eine Einigung über eine Software-Partnerschaft zwischen Honda und Nissan womöglich schon am kommenden Montag bekanntgegeben werden könnte. Der Plan umfasst die Entwicklung eines gemeinsamen Fahrzeugbetriebssystems und eines Bordcomputers für neue Modelle, die bereits 2029 auf die Straße kommen könnten.

Honda Motor teilte Reuters mit, man bespreche im Rahmen der bestehenden strategischen Partnerschaft mögliche Kooperationsfelder mit Nissan und Mitsubishi Motors, eine verbindliche Vereinbarung gebe es aber noch nicht. Auch Nissan erklärte, verschiedene Optionen zu prüfen und Details erst dann zu nennen, wenn es eine bestätigte Entwicklung gebe.

Der mögliche Schritt gilt als bislang deutlichstes Zeichen für den Versuch, die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen nach den zuvor gescheiterten Fusionsgesprächen im Volumen von 60 Milliarden US-Dollar wiederzubeleben. Eine gemeinsame Rechenplattform könnte Honda vor allem durch Skaleneffekte helfen, weil sich die Softwareentwicklungskosten auf ein größeres Fahrzeugvolumen verteilen ließen.

Warum die Finanzzahlen von Honda im Blick stehen

In den am 5. August veröffentlichten Ergebnissen für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres erreichte der operative Gewinn mit 530,7 Milliarden japanischen Yen einen Rekord. Dank starker Nachfrage in Indien und Brasilien sprang der Gewinn der Motorrad-Sparte auf 233,9 Milliarden japanische Yen und damit auf ein Allzeithoch, während das Auto-Geschäft trotz Schwäche in China einen operativen Gewinn von 192,1 Milliarden Yen erzielte.

In den USA halfen höhere Benzinpreise, die Nachfrage nach Hybridmodellen zu steigern; Honda kam dort im April und Mai auf einen Marktanteil von 10 %. Danach hob das Management die Prognose für den operativen Gewinn im Gesamtjahr auf 650 Milliarden japanische Yen an und erhöhte die Schätzung für den bereinigten operativen Gewinn ohne Verluste aus Elektrofahrzeugen auf 1,17 Billionen Yen.

Was die Marktindikatoren zeigen

  • Die Dividende je Aktie blieb bei 70 Yen, und die Nettoliquidität des Unternehmens wurde bei 3,3 Billionen Yen bestätigt.
  • Im vergangenen Quartal blieb die Beteiligung von Hedgefonds mit 21 Fonds unverändert; die Leerverkaufsquote am Streubesitz lag bei nur 0,20 %.

Honda-Aktien werden per 28. August mit dem 24,27-Fachen des erwarteten Gewinns gehandelt. Die Bewertung deutet darauf hin, dass eine mögliche Software-Kooperation und die angehobene Gewinnprognose die Aktie stützen könnten, das starke Wachstum aber noch nicht vollständig eingepreist ist.

China, Verluste bei E-Autos und Produktionsausfälle belasten

Ein zentrales Risiko bleibt weiterhin der chinesische Markt. Das Management erklärte, dass der Markt für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor und Hybride dort im Quartal um rund 40 % geschrumpft sei und Hondas Einzelhandelsabsätze im Jahresvergleich um 50 % gefallen seien.

Honda rechnet zudem für das Gesamtjahr mit 520 Milliarden japanischen Yen an Verlusten im Zusammenhang mit Elektrofahrzeugen. Wie stark sich der neuntägige Produktionsstopp nach dem Erdbeben im Werk in Kumamoto sowie weitere unternehmens- und zuliefererbedingte Ausfälle in Saitama und Suzuka auf die Stückzahlen auswirken, ist noch nicht abschließend bekannt.

Vor diesem Hintergrund gewinnt eine mögliche Partnerschaft mit Nissan im Softwarebereich langfristig an Bedeutung, weil sie Kosten teilen könnte. Für den Markt entscheidend bleibt jedoch, ob die Gespräche tatsächlich in eine offizielle und unterzeichnete Vereinbarung münden.

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