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Was hat die Verkaufswelle ausgelöst?

Die an der Nasdaq notierte Cerebras-Aktie verlor auf Wochensicht rund 20 % und fiel auf den tiefsten Stand seit dem Börsengang im Mai. Am Freitag schloss die Aktie bei 166,43 Dollar; im Vergleich zur starken Rally nach dem Börsengang hat sich der Verlust damit auf mehr als die Hälfte ausgeweitet.

Zur Schwäche am Markt trug vor allem eine am Mittwoch über X veröffentlichte Einschätzung des Analysehauses SemiAnalysis bei. Dem Beitrag zufolge soll OpenAI für den Modus „Ultrafast“ des Modells GPT-6.1 Sol statt Cerebras-Hardware Nvidia-Grafikprozessoren einsetzen. Für Anleger, die in der KI-Infrastruktur nach einer Alternative zu Nvidia suchen, wurde diese Behauptung als Dämpfer für die Wachstumserwartungen gewertet.

Was sagen die Zahlen zur Marktbewertung?

Warum gilt der OpenAI-Deal als so wichtig?

Nachdem das Unternehmen seinen ersten Handelstag mit einer Marktbewertung von rund 95 Milliarden Dollar beendet hatte, ist die Euphorie inzwischen deutlich abgeflaut. Die Marktkapitalisierung von Cerebras liegt jetzt nur noch etwas über 39 Milliarden Dollar.

Cerebras vermietet seine speziell für Inferenz-Workloads entwickelten Chips aus eigenen Rechenzentren als Cloud-Dienst. Im Januar hatte das Unternehmen mit OpenAI eine Vereinbarung im Wert von mehr als 10 Milliarden Dollar geschlossen, die bis 2028 die Bereitstellung von 750 Megawatt Rechenleistung vorsieht. Ein möglicher Wegfall von Workloads bei OpenAI wird deshalb als entscheidend für den Umsatz-Ausblick und die Wachstumsgeschichte gesehen.

  • Die Aktie gab in der Woche um rund 20 % nach.
  • Die Marktbewertung lag am ersten Handelstag bei 95 Milliarden Dollar; zuletzt etwas über 39 Milliarden Dollar.
  • Der OpenAI-Deal hat ein Volumen von mehr als 10 Milliarden Dollar und läuft bis 2028.

Nach Einschätzung der Beratungsfirma McKinsey dürften bis zum Ende des Jahrzehnts in KI-Rechenzentren die Inferenz-Workloads die Trainings-Workloads übertreffen. Diese Erwartung macht das Geschäftsmodell von Cerebras aus Anlegersicht noch anfälliger.

Wie stark haben das Ende der Lock-up-Frist und Insiderverkäufe den Druck erhöht?

Beim Kursrückgang spielten nicht nur die Nachrichten rund um OpenAI und Nvidia eine Rolle, sondern auch Entwicklungen auf der Angebotsseite. Laut Prospekt endeten am Mittwoch die Nachbörsen-Sperrfristen für 19,4 Millionen Aktien von Führungskräften, Aufsichtsratsmitgliedern und weiteren Anteilseignern. Das entspricht rund 8 % der ausstehenden Aktien.

Zuvor war bereits mitgeteilt worden, dass seit dem 19. August alle zwei Wochen bis zu 14,6 Millionen Aktien zum Verkauf freigegeben wurden. CEO Andrew Feldman und CTO Sean Lie verkauften im Zeitraum vom 20. August bis 25. September im Rahmen kurz nach dem Börsengang vereinbarter Handelspläne A-Aktien im Wert von mehr als 240 Millionen Dollar. Auch andere Manager trennten sich von Aktien im Millionenwert.

Sam Altman schrieb auf X, Cerebras sei "ein enger Partner".

Nach Altmans Äußerung legte die Aktie im nachbörslichen Handel am Freitag um rund 3 % zu. Die Erholung konnte die heftigen Wochenverluste und den zusätzlichen Verkaufsdruck durch das Auslaufen der Sperrfrist bislang jedoch nicht ausgleichen.

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