"""

Rhetorik nach den Zöllen wird noch schärfer

Der US-kanadische Handelsstreit hat sich mit gegenseitigen Vorwürfen zu einer neuen diplomatischen Belastung entwickelt. Kanadas Premierminister Mark Carney sagte in Ottawa, die Trump-Regierung solle statt spöttischer Botschaften über soziale Medien auf ein Handelsabkommen hinarbeiten, das beiden Ländern nütze und Kanadas Souveränität respektiere.

Carneys Wortmeldung folgte auf abfällige Bemerkungen von US-Vertretern über die kanadische Armee sowie auf Präsident Donald Trumps Anordnung, den Namen des Lake Ontario im föderalen Gebrauch in „Lake America“ umzubenennen. Der kanadische Regierungschef betonte zudem, dass insbesondere Quebecs Kultur und der Schutz der französischen Sprache für Ottawa zu den Verhandlungspunkten zählen.

Nachrichten aus Washington sorgen für Empörung

Carney erklärte, Handelsgespräche könnten wieder aufgenommen werden, sobald die US-Seite zu ernsthaften Verhandlungen zurückkehre, und sagte: „Wenn sie es ernst meinen, können wir diese Gespräche führen.“ Herabsetzende Äußerungen über die kanadische Armee, so Carney, seien eines verantwortlichen Amtes nicht würdig.

Die Aussagen kamen einen Tag nach einem Interview von US-Finanzminister Scott Bessent mit CNBC. Bessent hatte den Handelskonflikt mit Kanada heruntergespielt, während auch ein X-Beitrag von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth in Kanada neue Kritik auslöste. Damit entwickelte sich der ursprünglich über Zölle entfachte Streit zu einem öffentlich ausgetragenen Schlagabtausch.

Fristen und Zahlen rücken in den Mittelpunkt

Der wirtschaftliche Bruch kam Ende August, als die Handelsgespräche zwischen beiden Ländern scheiterten. Seit dem 22. August erheben die USA 50 Prozent Zoll auf bestimmte kanadische Importe im Wert von 20 Milliarden Dollar.

  • Die US-Zölle haben die Importkosten für bestimmte kanadische Produkte schnell steigen lassen.
  • Ottawa bereitet im Gegenzug neue Abgaben auf mehr als 700 US-Produktgruppen vor.

Die kanadische Regierung bezeichnete diesen Schritt als „Auge um Auge“. Nach dem vorgelegten Plan sollen Vergeltungszölle in einer Spanne von 15 bis 50 Prozent auf mehr als 700 Importposten aus den USA ab dem 8. September gelten.

Marktfolgen werden über Unsicherheit und Kostendruck beobachtet

Die gegenseitigen Zollanhebungen erhöhen für grenzüberschreitend tätige Unternehmen in beiden Ländern den Druck bei Kosten und Preisgestaltung. Vor allem Branchen mit importierten Vorprodukten könnten durch die neuen Sätze ihre Lieferkettenplanung und Margenkalkulationen nur noch schwerer absichern.

Die verschärfte diplomatische Tonlage dämpft kurzfristig die Erwartungen an eine schnelle Einigung und hält die Unsicherheit entlang der Handelsroute hoch. Carneys Hinweis, dass ein gegenseitig vorteilhaftes Abkommen auf Basis des Respekts vor der Souveränität nicht vom Tisch sei, signalisiert jedoch, dass die Tür auf wirtschaftlicher Ebene noch nicht ganz geschlossen ist.

"""